Mitternacht! Insulaner nehmen Abschied von Harburg
WILHELMSBURG. Mitternacht! In der Nacht zu Sonnabend beginnt das wohl skurrilste öffentliche Fest des Wochenendes in Hamburg: Ein Dutzend Wilhelmsburger und Veddeler treffen sich bei strömendem Regen und orkanartigen Böen an der Harburger Chaussee, um im Stockdunkeln die Vereinigung der Elbinseln zu feiern. Seit Sonnabend gehört der Stadtteil Wilhelmsburg mit seinen 49 000 Einwohnern zu Hamburg-Mitte.
"Ein historischer Moment", erklärt Karin Meise von der SPD Wilhelmsburg, warum sie sich zu nächtlicher Stunde nass regnen lässt. Zweifelsohne der Höhepunkt der Party: Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte, und der stellvertretende Vorsitzende der SPD Veddel, Klaus Lübke, stellen an der Grenze der beiden Elbinsel-Stadtteile ein neues weißes Bezirksschild auf: "Wilhelmsburg - Bezirk Hamburg-Mitte" steht in schwarzer Schrift darauf. "Ab jetzt geht es zusammen", sagt Lübke feierlich. Er hatte die spontane Party organisiert. Die Idee stammte von Michael Rothschuh, Vorsitzender des Vereins Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg.
Ganz bodenständig stößt das Häufchen Wilhelmsburger und Veddeler an: mit "Fritz Cola" und "Pilsener Urquell". Unter den Gästen sind auch die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Carola Veit und Helga Schors vom Arbeitskreis Georgswerder. Die historische Nacht lässt sich auch die 90 Jahre alte Else Gräfe nicht entgehen. Sie ist in Wilhelmsburg geboren. "Unter der Mühle", wie sie stolz sagt. Sie begrüßt die Vereinigung der Stadtteile in einem Bezirk. Ihr großer Traum ist aber ein anderer: "Wilhelmsburg müsste eigentlich ein eigener Bezirk werden."


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