Landkreis: Schon 120 Anrufer haben sich nach einer Anzeige gemeldet
Gibt es einen organisierten Katzenklau?
Tierfreunde haben sich zu einer Aktionsgemeinschaft zusammengetan und sammeln Informationen über verschwundene Haustiere.
Winsen/Neu-Eckel. "Achtung Tierfänger!" Mit einem Flyer warnt der Tierschutzverein Winsen besonders Katzen- und Hundebesitzer vor angeblich organisierten Banden, die darauf aus sind, die Tiere zu fangen und zu verschleppen. Der Verein unterstützt eine groß angelegte Aktion engagierter Bürger aus Harburg und den Landkreisen, die auf diese Art ausführlich über Vorgehensweisen mutmaßlicher "Banden" informieren (www.katzenklau.de).
"Wir stehen voll hinter der Aktion", sagte Werner Sommer, Vorsitzender des Tierschutzvereins Winsen. An diese Aktion angeschlossen haben sich mittlerweile auch die Tierschutzvereine Buxtehude und Stade, der Tierschutz Westerwohld sowie diverse Tierschutzorganisationen in Deutschland. Alles begann, als sich Jenny Muhlack und ihre Nachbarin Sandra Marx im vergangenen Jahr in Neu-Eckel bei der Suche nach ihren Katzen kennenlernten. Die waren fast zur gleichen Zeit verschwunden. Beide Frauen hatten den Verdacht, dass sie "nur gestohlen sein könnten. Unsere Katzen blieben immer in Hausnähe. Sie schauten höchstens mal in Nachbars Garten".
Jenny Muhlack gab eine Zeitungsanzeige auf und bekam große Resonanz: "Alle Anrufer berichteten, dass sie ebenfalls ihre Katzen auf unerklärliche Weise verloren hätten. Das überzeugte uns schließlich davon, dass hier Tierfänger unterwegs sein müssen. Die machen entweder mit dem Fell unserer Tiere mit sogenannten Rheuma-Decken Kasse oder verhökern sie an Versuchslabore. Im Internet kann man nachlesen, welche Summen dafür geboten werden. Um genauere Zahlen zu bekommen, ist es daher wichtig, dass das Verschwinden eines Tieres bei der Polizei angezeigt wird."
In wenigen Monaten meldeten sich bisher 120 Personen unter der eigens eingerichteten Telefonnummer 0152-24 31 22 07 (12 bis 20 Uhr), weil ihre Haustiere verschwunden waren. Die gesammelten Daten sollen deutlich machen, ob hinter dem Verschwinden möglicherweise ein System steckt. Eine Veranstaltung in Nenndorf soll im Frühjahr zusätzlich darüber aufklären, mit welchen Tricks die Tierfänger arbeiten sollen. Dazu werden Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet.


Branchenbuch Hamburg
So kommen Sie voran
Das Rätsel des Tages

100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook





