Aufmarsch: 200 Rechtsextreme wollen durch die Stadt ziehen
NPD meldet Demonstration an
Beim Lüneburger Ordnungsamt läuft das Faxgerät heiß: Zahlreiche Verbände planen Gegenkundgebungen für den 24. Juni.
Lüneburg. Die Rechten wollen zurückkommen: Für Sonntag, 24. Juni, hat der Landesverband Niedersachsen der NPD bei der Lüneburger Stadtverwaltung eine Demonstration angemeldet. Vom Bahnhof über den Markt zum Platz Am Sande und den Markt zurück zum Bahnhof wollen sie ziehen und rechnen mit 200 Teilnehmern. Derweil läuft das Fax des Ordnungsamtes heiß: So viele Verbände wie noch nie melden Gegenkundgebungen bei der Stadt an.
Die Verwaltung will laut Sprecher Jörg Stauch versuchen, eine Genehmigung der NPD-Demo zumindest teilweise zu verhindern. "Wir prüfen, ob während der Vorkommnisse am 2. Juni eine besondere Gefährdungslage bestand." Wie berichtet, hatten sich an jenem Sonnabend rund 300 Rechte überraschend und ohne vorherige Genehmigung Am Sande versammelt und waren Richtung Kurpark gezogen. Erst nach Stunden waren genug Polizisten vor Ort, um die Veranstaltung aufzulösen.
Mit einem Info-Stand in der Bäckerstraße hat derweil das Lüneburger "Bündnis für Demokratie - Netzwerk gegen Rechtsextremismus" am Wochenende Flagge gegen Neonazis gezeigt. Ratsfrau Hiltrud Lotze (SPD) und Superintendentin Christine Schmidt haben die neue Gruppe ins Leben gerufen. Lotze erläutert: "Alle im Rat der Stadt vertretenen Parteien, der Kirchenkreis Lüneburg, der Gewerkschaftsbund und auch die Antifa stehen hinter dem Bündnis."
Sie fordert Bürger, Vereine und Einrichtungen auf, sie zu unterstützen: "Dieses Bündnis kann gar nicht breit genug aufgestellt sein." Am Sonnabend verteilten die Aktiven daher rote Karten an die Bevölkerung, um Haltung demonstrieren zu können. Angemeldet haben SPD und das Bündnis für Demokratie für Sonntag, 24. Juni, ebenfalls drei Infostände am Bahnhof, Markt und Am Sande sowie Kundgebungen am 22., 23. und 30. Juni und 1. Juli mit jeweils 2000 Teilnehmern Am Sande.
Sie befinden sich in so großer Gesellschaft wie noch nie in Lüneburg: Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB will von 10 bis 18 Uhr eine Kundgebung mit Infostand am Bahnhof halten, die Musikschule Lüneburg von 9 bis 22 Uhr auf dem Markt spielen, das Theater von 10 bis 19 Uhr einen Infostand Am Sande aufbauen, und die Jugendorganisation CISV ganztägig in der Bäckerstraße präsent sein. Schon am Vortag von 10 bis 17 Uhr sowie am 24. Juni von 11 bis 14 Uhr rechnet die Antifa Lüneburg-Uelzen mit jeweils 500 Teilnehmern bei Aufzügen und Kundgebungen rund um den Bereich Bahnhof, Clamartpark, Markt und Am Sande.
Da die SPD zwischenzeitlich ihre Demo vom 24. auf den 23. und wieder zurück auf den 24. Juni verschoben hat, hat sie den Bonus des Erstanmelders verloren. Das erhöht die Chancen, die NPD-Demonstration an den Rand der Stadt zu verbannen.


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