Rechnung: Mitfinanziert von Langzeitstudenten
Drei neue Lernräume an der TUHH
Harburg. Langzeitstudenten können auch zu etwas gut sein. Zwar besetzen sie länger als vorgesehen Plätze in Vorlesungen und Seminaren. Aber sie tun auch gute Dinge. Diese Erfahrung hat jetzt die Technische Universität Harburg (TUHH) gemacht: Sie hat drei neue Lernräume für Studenten in der Bibliothek eingeweiht. Und wer hat die schönen Räume zum Großteil finanziert? Die Langzeitstudenten, also solche Studenten, die vier Semester länger studieren, als die Regelstudienzeit vorsieht.
130 000 Euro haben die 48 Arbeitsplätze für die Studenten gekostet. 107 500 Euro kommt von den Langzeitstudenten, die 500 Euro pro Semester zahlen mussten - in diesem Semester wird die Langzeitstudiengebühr abgeschafft und soll durch eine allgemeine Studiengebühr in Höhe von 500 Euro pro Semester ersetzt werden. 12 444 Euro kamen noch von der Karl H. Ditze-Stiftung und 10 000 Euro von der Hamburger Sparkasse.
Die Idee für die Lernräume kam vom "Allgemeinen Studierenden Ausschuss" (AStA) und von der Bibliotheksleiterin, Inken Feldsien-Sudhaus (49). In zwei Räumen arbeiteten bislang Verwaltungsmitarbeiter der Bibliothek, in einem fanden Besprechungen statt. Die Mitarbeiter sind innerhalb der Bibliothek umgezogen. "Jetzt können die Studenten auf 120 Quadratmeter lernen", freut sich der AStA-Vorsitzende Hannes Schüller (26). 12 der 48 neuen Arbeitsplätze haben einen Computer. Damit bietet die Bibliothek jetzt 225 Arbeitsplätze.
Aber die TUHH will den 4800 Studenten noch mehr bieten. In der alten Schwarzenberg-Kaserne soll ein 1200 Quadratmeter großes Lern- und Kommunikationszentrum für die angehenden Akademiker entstehen. Allerdings ist die Finanzierung für die Renovierung der Kaserne noch offen: TUHH-Präsident Professor Edwin Kreuzer (59) rechnet mit 13,5 bis 14 Millionen Renovierungskosten. Das Gebäude mit rund 5000 Quadratmeter Nutzfläche gehört der Liegenschaft. Als Kaufpreis müsste die TUHH nochmals 3,7 Millionen Euro hinblättern, so Kreuzer. "Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr eine Lösung für die Finanzierung finden werden", sagte der TUHH-Präsident.


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