Maschen: Tierbesitzer sind nach Köderfunden in Angst
"Wer hasst unsere Hunde?"
Verdächtige Leberwurststücke mit blauen Kügelchen liegen immer wieder am Moorweidendamm. Es kann Rattengift sein, sagt die Polizei.
Maschen. Die Sache zerrt an den Nerven. Die ganze Nacht lag Milica Bunge (49) wach im Bett. Immer wieder kreisten ihre Gedanken um den Fund, den sie am Montagmorgen direkt vor ihrer Haustür gemacht hatte: Auf dem Rasen am Moorweidendamm 7 d lag ein eigroßes Stück Leberwurst. Milica Bunge war gerade mit ihren drei Hunden und einem Pflegehund unterwegs - "Malene und Findi waren nicht angeleint und haben gleich an dem leckeren Stücken geschnuppert." Als Frauchen sich den Fund genauer anguckte, entdeckte sie bläuliche Kügelchen in der Wurst. Sie wickelte die "Leckerei" in ein Tuch und alarmierte die Polizei. "Nach ersten Einschätzungen könnte es sich bei den Kügelchen um Rattengift handeln", sagt Polizeisprecher Matthias Rose. Seitdem fragen sich Milica Bunge und andere Hundebesitzer in Maschen: "Wer hasst unsere Hunde?"
Der Fund am Montagmorgen blieb nicht der einzige. Einen Tag später ging Milica Bunges Ehemann Dieter (66) gegen 9 Uhr zu seinem Auto. Neben dem Pkw fand er wieder ein Stück Leberwurst mit bläulichen Kügelchen. Aber das war nicht alles: Auch neben dem Hauseingang lagen zwei kleine Stückchen Leberwurst mit bläulichen Kügelchen unter einem Fenster.
Die Polizei hat die Kügelchen noch nicht untersucht. Erst wenn ein Straftatbestand vorliege, so der Polizeisprecher, könne die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob die Funde untersucht werden oder nicht. Will sagen: Erst wenn ein Tier krepiert, wird richtig ermittelt.
Solange wollen Milica Bunge und andere Hundebesitzer nicht warten. "Auch wenn es sich bei den Kügelchen nur um Pflanzendünger handeln sollte, sind Tiere und Kleinkinder gefährdet", hat die Hundebesitzerin von ihrer Tierärztin erfahren. Sie ist bereit, für eine Untersuchung der Kügelchen selbst zu zahlen und hat rund um ihr Haus sechs Zettel aufgehängt, "um die Menschen zu warnen."
Seit Jahren werden in Meckelfeld und Maschen immer wieder Giftköder ausgelegt. Zuletzt hatten Anwohner am 21. Dezember an einem Wanderweg am Seevekanal Zwiebelmettwurststücken gefunden, die mit Reißzwecken und Tabletten versetzt waren. "Glücklicherweise ist im Raum Maschen/Meckelfeld noch kein Fall eines vergifteten Tieres bekannt geworden", so der Polizeisprecher.


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