Leuchtfeuer am Museum Wischhafen
Schiffahrt: Ein altes Seezeichen kommt zu neuen Ehren
Wischhafen. Es ist rot, sieben Meter über dem mittleren Tidehochwasser hoch, es steht am Kehdinger Küstenschiffahrtsmuseum in Wischhafen. Und von Sonnabend abend an wird es wieder leuchten. Fünf Sekunden lang, dann zwei Sekunden nicht, dann wieder fünf Sekunden leuchten, und so fort. Und das alles, so Volker von Bargen, der Leiter des Museums, "genial gesteuert durch einen stufenlos regulierbaren Scheibenwischer-Intervallschalter".
Findig waren die Vorstandsmitglieder des Museums am alten Hafen schon immer. Schon deshalb sind sie so erfolgreich. Und das gilt auch für die neue Errungenschaft, die ihren Platz vor dem eigentlichen Museum hat. Es handelt sich um den bis vor zwei Jahren aktiven "Leuchtfeuerträger des Ansteuerungsfeuers Wischhafener Süderelbe". Damals hatte das Wasser- und Schiffahrtsamt Hamburg bei der Überprüfung festgestellt, daß es starke Korrosionsschäden hatte. Eine Instandsetzung lohnte sich nicht mehr.
Dennoch ist das "gute Stück", das seit 1932 an der Einfahrt zur Wischhafener Süderelbe gestanden hat, nicht auf dem Schrott gelandet. Der Trägerverein des Museums hat den Leuchtfeuerträger bei Blohm + Voss auf Steinwerder gesandstrahlt und mit Rostschutzfarbe versehen lassen. Neben dem Museum wurde ein Fundament gebaut. Dort hat das Leuchtfeuer einen neuen und auch sicheren Platz bekommen. Es erhielt einen roten Anstrich und die Sektoren wurden so aufgebaut, daß das Licht des Feuers über den Deich scheint und bei Dunkelheit seine Lichtzeichen aussenden wird.
Übrigens: Das Leuchtfeuer wurde bis Anfang 1958 mit Flüssiggas, das in einem Tank lagerte, betrieben. Das Prüfzeichen von 1932 befindet sich noch am Tank. Danach wurde Propangas aus Flaschen benutzt. Sie waren in einem Schrank. Die Behältnisse wurden regelmäßig von Wischhafen aus mit einem Kahn vom ortsansässigen Fahrradhändler Johann Sylvester ausgetauscht. Ab 1968 brannte das Feuer elektrisch.
Zur Inbetriebnahme des Museums-Leuchtfeuers am Sonnabend um 19 Uhr werden viele Gäste erwartet. Auch vom Wasser- und Schiffahrtsamt Hamburg, das eine Dienststelle in Stade hat.


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