Der Wildpark am Rand von Hamburg
Ausflugstip: Der Klövensteen ist ein Paradies für Wald- und Tierfreunde. Erholung, Naturerlebnis und eine Menge Attraktionen locken zu jeder Jahreszeit Besucher an.
Wedel/Schenefeld/Appen. "Hihihi, das kitzelt aber!" Jannik strahlt und zuckt mit der Hand zurück. Gerade hat ihm der Sika-Bock mit seiner feuchten Zunge das Grasbüschel aus der Hand geschlabbert. Angst vor großen Tieren? Fehlanzeige. Und wer doch ein bißchen Bammel hat, verliert ihn im Wildgehege Klövensteen schnell. Besonders für kleine Steppkes ist die Anlage bestens geeignet, in Sachen Naturkunde den Schritt vom Bilderbuch zur Wirklichkeit zu wagen.
Nahezu alle interessanten Waldbewohner unserer Breiten sind auf dem 24 Hektar großen Gelände zu finden, das über den Sandmoorweg an der Grenze von Hamburg-Rissen und Wedel betreten werden kann. Klarina und Till mit ihren Eltern Mona und King gehören dazu. Um sie zu entdecken, ist etwas Ausdauer notwendig, denn die Frettchen sind manchmal etwas zurückhaltend. Faszinierend sind die Uhus - besonders wenn sie ihre Köpfe fast einmal um die Achse drehen oder mit mächtigen Schwingen-Schlägen durch den riesigen Käfig ziehen.
Die Knüller für Kinder sind natürlich die Wildschweine. Die Liebingsspeise von Asterix und Obelix zeigt sich hier von der putzigen Seite. Im März, April werden die Frischlinge geboren, die für ausnehmend viel Trubel in der Rotte sorgen. Die Tiere dürfen auch gefüttert werden, allerdings nicht mit beliebigen Essensresten oder Nudeln. "Unbedenkliches, aber für die Tiere nicht weniger leckeres Futter gibt es am Kiosk der ,Kleinen Waldschänke' zu kaufen", sagt Förster Nils Fischer.
Außerdem sind verschiedene Paarhufer zu beobachten, die bei Jungen und Mädchen der Einfachheit halber unter dem Begriff "Hirsch" durchlaufen. Damwild beispielsweise, das im Mittelalter als Jagdwild aus den Mittelmeerländern eingeführt wurde. Oder Rotwild, dessen Paarungszeit in etwa jetzt beginnt und bis Mitte Oktober läuft. Oder eben Sikawild, eine Hirschart, die ursprünglich aus Südostasien stammt. Auch Mufflons, Wildschafe, die einst nur auf Sardinien, Korsika und Zypern heimisch waren, sind auf einer großen Waldwiese zu entdecken. Da einige der Gehege sehr weitläufig sind, ist ein Fernglas von großem Nutzen.
Über Waldbewohner, die sich am Tage rar machen, weil sie eher nachtaktiv sind, ist ebenfalls einiges zu erfahren. Schautafeln geben leicht verständlich umfangreiche Auskunft über Fuchs, Fledermäuse & Co. In Planung ist übrigens ein Informationszentrum im Eingangsbereich. Doch das Holzhaus wird erst im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt. Daß dies möglich wird, ist unter anderem der Irmgard-Greve-Stiftung zu verdanken. Diese Institution unterstützt die Einrichtung ebenso wie der Förderverein Klövensteen und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Sie richtet auch Ausstellungen im Wildgehege aus, die auf Nachfrage besichtigt werden können. Nähere Informationen dazu gibt es beim SDW-Landesverband Hamburg unter der Nummer: 040/530 55 60.


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