NPD plant Aufmarsch in Stade
Vorbereitung: Die Neonazis werben schon bundesweit für die Kundgebung auf dem Pferdemarkt
Stade. Nach Informationen der Harburger Rundschau plant die NPD für Anfang kommenden Jahres eine Großkundgebung auf dem Pferdemarkt in Stade, für die im Geheimen bereits bundesweit mobilisiert wurde. Als Redner vorgesehen sind der NPD-Vorsitzende Udo Voigt (52) sowie Adolf Dammann und Martin Zaha.
Adolf Dammann (65) aus Buxtehude-Neukloster ist stellvertretender Vorsitzender der NPD in Niedersachsen. Seit 2003, seit der Ruheständler keine Rücksicht mehr auf seinen Beruf als Leiter einer Bankfiliale nehmen muß, tritt er regelmäßig bei Aufmärschen und Störungen von Veranstaltungen in Erscheinung. Zuletzt war er Anmelder einer NPD-Demonstration am 23. Oktober in Hannover.
Dammann gilt als "braune Eminenz" der Neonazi-Szene im Elbe-Weser-Dreieck. Bis 1999 unterhielt er das Schulungszentrum "Kalte Zeit" bei Sulingen in der Nähe von Bremen. Weiterhin zur Ausbildung genutzt wird der Gebäudekomplex, den Dammann in der Ortsmitte von Bargstedt besitzt. Hier wurde auch die "Schuloffensive" beraten, bei der die NPD seit einem Jahr Propagandamaterial vor Schulen verteilt.
Dammann und sein Gefolge engagieren sich derzeit auf dem "Heisenhof" in Dörverden. Das Anwesen des Hamburger Rechtsanwalts Jürgen Rieger wird nach Angaben des Verfassungsschutzes zum "Strategiezentrum" ausgebaut. Am 20. November gehörte Dammann dort zu den Zuhörern eines Vortrags von Peter Naumann, der 1988 wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung und Sprengstoffanschlägen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Bereits im April war Naumann in einer Gastwirtschaft in Wangersen vor NPD-Kadern aufgetreten.
Martin Zaha, 1985 in Anklam geboren, betreibt die Website des "NPD-Stützpunkts Stade". Am 15. Mai organisierte er in seinem Wohnort Himmelpforten eine "Kranzniederlegung" am Kriegerdenkmal, zu der etwa 60 Neonazis aus ganz Norddeutschland anreisten. Kurzfristig hatte Pastor Udo Garve zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, an der 500 Menschen teilnahmen. Adolf Dammann nahm das zum Anlaß, Garve zu bedrohen: "Wenn dieser Ortspfaffe seine Volksverhetzung weiter betreibt, werden wir seinen Tempel aufsuchen, ihn von der Kanzel holen und dem Volk erzählen, was er lügt."
Zaha, der seinen Zivildienst beim Stader "Verein für Sozialmedizin" in der Suchthilfe leistet, will 2006 als Bürgermeister in Himmelpforten kandidieren.


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