Mühle "Johanna" zeigt ihre Trauer
Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag starb Alt-Müllerin Johanna Sievers
Wilhelmsburg. "Wir hätten so gern am 21. November mit Johanna Sievers ihren 100. Geburtstag gefeiert", sagt Carsten Schmidt, Vorsitzender des Wilhelmsburger Windmühlenvereins. Aber die Frau des letzten Windmüllers von Wilhelmsburg, Erwin Sievers (1900 bis 1984), hat es gesundheitlich nicht mehr ganz bis zu ihrem Hundertsten geschafft. Nachbar Hans Bünning (72), der sich für den Verein um die Technik der Mühle kümmert und sich über Jahre Rat bei der Müllersfrau holte - sie zuletzt auch mit Essen versorgte, fand Johanna Sievers tot in ihrer Wohnung. "Sie hatte sich die letzten Tage nicht gut gefühlt, hatte aber - wie es ihre Art war - strikt Arzt und Krankenhaus abgelehnt", sagt Bünning.
Über einen gerichtlich bestellten Nachlasspfleger organisierte der Windmühlenverein nun die Trauer- und Beisetzungsfeier. Termin ist Freitag, 17. September, 13 Uhr, in der Kreuzkirche, Kirchdorfer Straße. Johanna Sievers soll auf dem Alten Amtsfriedhof im Grab ihres Mannes beigesetzt werden. Wegen des Todes der alten Müllersfrau hat Hans Bünning die Flügel der Windmühle - sie wurde nach der Müllersfrau "Johanna" getauft - in die Trauerschere gestellt. Der oberste Flügel steht - im Uhrzeigersinn - auf etwa "fünf vor zwölf".
Wilhelmsburgs Windmühle in der Schönenfelder Straße 99a war 1875 als Galerie-Holländermühle errichtet worden. 1935 hatte das Ehepaar Sievers die damals heruntergekommene Mühle wieder in Gang gebracht und bis 1960 Getreide gemahlen. Johanna Sievers fuhr noch bis vor zwei Jahren per Fahrrad zum Einkaufen.


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