Sag mir, wo die Helme sind . . .
Harburg: Das so genannte Gegendenkmal an der Bremer Straße soll wieder hergerichtet werden. Noch fehlt das Geld dafür.
Harburg. Einen trostlosen Eindruck bekommen Passanten an der Einmündung Maretstraße/Bremer Straße in Harburg. Dort, wo sich im Schatten des umstrittenen Soldatendenkmals von Hermann Hosaeus aus dem Jahre 1932 das seit 1988 bestehende Gegendenkmal befindet, hockt das "trauernde Kind" seit einiger Zeit schon vor einer zerrupften Fläche aus Pflastersteinen. Die Steine sind mutwillig herausgerissen. Die zum Teil zerborstenen zwölf Stahlhelme aus mehreren Armeen der Welt sind weg. Über ihnen kniete das bronzene Kind, das von dem heute in Strachau/Elbe lebenden früheren Harburger Hendrik-Andre Schulz geschaffen wurde. Doch die zwölf Exponate sind nicht alle gestohlen worden. Zumindest der größte Teil der Helme ist vorhanden. Sie sind von Gartenbauabteilung und der Kirchengemeinde St. Johannis, auf deren Grundstück sich das im Volksmund als Gegendenkmal bekannte Kunstwerk besteht, sichergestellt. Pastor Bernd J.P. Kähler von der Johannis-Gemeinde geht davon aus, dass die Zerstörung der Gedenkstätte keine politischen Hintergründe hat. Es habe keine Schmierereien gegeben, auch nicht am benachbarten "Soldaten". Die Anlage soll in der nächsten Zeit wieder hergerichtet werden. Die Stahlhelme werden dann auch besser als bisher verankert werden, so der Pastor. Einen Termin für die Herrichtung gibt es noch nicht. Der Gemeinde fehlen die Finanzen, so Kähler. Darum hoffe man auf einen Zuschuss der Bezirksversammlung Harburg. Ein entsprechender Antrag werde vorbereitet.
Kunstwerke von Hendrik-Andre Schulz fordert in Harburg offenbar besonders Zerstörungen oder Beschädigungen heraus. Auch mehrere der an einer Art Gitter befindlichen Fische am Brunnen in der Kleinen Gasse, die Schulz nach Entwürfen von Carl Ihrke nach dessen Tod geschaffen hat, sind schon seit längerer Zeit abmontiert und gestohlen worden. Für die Ersatzbeschaffung fühlt sich aber offenbar niemand ernsthaft zuständig.


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