Harburg: Vorsicht, Kamera!
Sicherheit: Eine Videoüberwachung soll den Fußgängertunnel zwischen Lämmertwiete und Channel für die Bürger sicherer machen
Harburg. Während bei der Polizei im Präsidium in Alsterdorf noch darüber nachgedacht wird, ob und wie eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum umgesetzt werden kann, ist Harburg bereits einen großen Schritt weiter. Im Fußgängertunnel, der die Harburger Lämmertwiete mit dem Binnenhafen verbindet, ist diese Sicherheitsmaßnahme bereits umgesetzt. Allerdings wird eine Videoüberwachung mit Abstrichen durchgeführt. Bereits Anfang des Jahres war das Modell der Kameraüberwachung im öffentlichen Raum in der Sicherheitskonferenz, die unter Vorsitz von Bezirksamtsleiter Bernhard Hellriegel arbeitet, angestoßen worden. Der Tunnel war in den vergangenen Jahren nicht richtig angenommen worden. Zwar ist der Durchgang laut Polizei kein Brennpunkt der Kriminalität, trotzdem hatten ihn viele Menschen aus Angst gemieden. "Wir haben uns deshalb bei der Planung nicht mit Kleinigkeiten aufgehalten, sondern eine umsetzbare Lösung gesucht, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen verbessert", sagt Ralf-Dieter Fischer, Kreisvorsitzender der CDU. Heraus kam ein Modell, durch das laut Geschäftsführer der Sicherheitskonferenz, Christian Diesener, der Gedanke von "public private partnership", die Einbindung der Wirtschaft, umgesetzt wurde. Die Überwachungstechnik, sprich Kamera, ist aus den Mitteln der Sicherheitskonferenz und somit aus Steuermitteln finanziert. Für die laufenden Kosten kommt die Privatwirtschaft auf. Dabei engagiert sich vor allem Investor Arne Weber über seine Firmen. Außerdem laufen die Bilder aus der Kamera nicht bei der Polizei auf, sondern beim Wachmann vom Channel Harburg. Der ruft, sollte im Tunnel etwas passieren, die Polizei.
Die Schwachstelle: Die Aufnahmen werden nicht aufgezeichnet. Diese Lösung ist ein Kompromiss, damit die Zustimmung des Datenschutzbeauftragten erfolgen konnte. So ist die Polizei aber nicht in der Lage, Videobilder auszuwerten oder für Öffentlichkeitsfahndungen zur Verfügung zu stellen. Hier hofft Fischer auf eine Änderung. "Sollte man eine Lösung finden, die rechtlich zulässig ist, ist es kein Problem schnell nachzurüsten, um aufzeichnen zu können", sagt Fischer.
Insgesamt wird das Projekt, dem alle Teilnehmer der Sicherheitskonferenz und damit auch alle in der Bezirksversammlung vertretenden Fraktionen zugestimmt haben, als positiv bewertet. Sie hoffen nicht nur Verbrechen zu verhindern, sondern auch den Vandalismus in der Unterführung damit einzudämmen.


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