Leserbriefe
An die Harburger Rundschau, Harburger Ring 24, 21073 Hamburg E-Mail: hr@abendblatt.de Nicht unbegründet Betr.: "Lohof - Bürger machen Druck", Harburger Rundschau vom 24./25. Mai. Die Befürchtung, durch die offizielle Entlassung des Lohof-Geländes aus dem Landschaftsschutz werde einem großen Gewerbegebiet Tür und Tor geöffnet, ist beileibe nicht unbegründet. In Anbetracht der Unverfrorenheit, mit der sich die Lohof-GbR in den letzten Jahren, unter Duldung durch die Samtgemeinde Jesteburg, über Bestimmungen des Landschaftsschutzes sowie Auflagen und Verfügungen des Landkreises Harburg hinweggesetzt hat, kann der aufmerksame Beobachter der Szene am Lohof nur zu dem Schluss kommen, dass mit der dann bereits erfolgriech angewandten Salami-Taktik erneut große Teile des im Besitz der Lohof-GbR befindlichen Landes in Gewerbe- und Dorfgebiet umgewandelt werden. Schließlich werden mehrere Großhändler drohen "abzuspringen", werden Arbeitsplätze erhalten werden müssen, und letztendlich wird dann der drohenden "Verarmung" der Lohof-GbR nur noch durch großzügige Ausweisung von Bauland zu Wohnzwecken zu begegnen sein. U. und H. Stübbe 21266 Jesteburg Übertrieben Betr.: "Skater überrollen die Elbinsel", Harburger Rundschau vom 17. Juni. Wer ist denn bloß auf das blöde Wort "überrollen" gekommen? Dascha woll 'n büschen übertrieben, nich? Zugegeben, ich habe schon bis zu 40 Skater gleichzeitig zwischen Stillhorner Hauptdeich und Peutestraße erlebt, aber "überrollen" die? Fast alle Anfänger fahren auf dem Radweg, soweit denn einer vorhanden ist. Da sollte die Polizei wirklich mal kontrollieren. Auch auf dem Parkstreifen, denn das kann wirklich verbessert werden. Ich habe aber noch keinen Bus erlebt, der dort Probleme gehabt hätte. Auch Einsatzfahrzeuge, die sich ja mit Musik und Beleuchtung bemerkbar machen, können da prima fahren. Eine für beide Seiten passende Lösung muß gefunden werden, ich bin sicher, daß Kontrollen und Hinweise der Polizei schnell zu einem guten Ergebnis führen. Wir sportlichen Skater brauchen die Strecke. Im Gegensatz zu Radwegen im Landkreis Harburg liegen in Moorwerder weder Äste noch Zweige, höchstens mal Erde von den Feldern, die aus Treckerreifen gefallen sind. Außerdem ist die Strecke nach Regen wegen des ständigen Windes schneller als andere Wege abgetrocknet Zum Text: "Profis", also Berufsskater, fahren dort nicht, nur Hobbyfahrer, die in der Gruppe aber auch schon mal fast 40km/h erreichen. Hat Herr Albrot schon mal einen Skater fallen gesehen? Muß Herr Marx "einen Antrag stellen"? Kann er nicht einfach mal die Polizei anrufen? Muß Herr Fuß in diesem Bericht zum Ende noch parteipolitische Polemik unterbringen? Manfred Dünow Tostedt Irreführend Betr.: "Ehrentafel für Offiziere abgebaut", Harburger Rundschau vom 10. Juni. Schon der Untertitel Ihres Artikels ist irreführend. Sie bezeichnen die vier in Buxtehude geehrten Wehrmachtsoffiziere als "Retter der Stadt". Diese Version der Stadt Buxtehude und des Initiators des Gedenksteines, Freudenthal, stützt sich auf "Zeitzeugenberichte" von belasteten Personen. Nämlich zweier der Offiziere sowie des damaligen Nazi-Bürgermeisters Klein, wobei einer der "Berichte" eine andere Version nahelegt. Da-nach wurden noch, als die britische Armee bereits vor Buxtehude stand, Schützengrä- ben ausgehoben, Soldaten mit Panzerfäusten in Stellung gebracht, und es gab Gefechtshandlungen. Admiral Engel hatte auch nicht, wie Sie schreiben, "indirekt an mehreren Todesurteilen gegen Deserteure mitgewirkt" sondern diese Urteile gefällt. Dass Kapitän Magnus "Schiffsraum für die Deportation von Juden bereit gestellt" habe, klingt etwa so, als habe er der SS ein Schiff vermietet. Magnus war laut Aussage eines Angehörigen Seekommandant von West-Griechenland. Er hat damit die Deportation von griechischen Juden befohlen und beauf-sichtigt, statt nur irgendwas bereitzustellen. Weiterhin ist es bis heute eine Legende, dass die Offiziere "gegen den Befehl ihrer Vorgesetzten verhinderten, dass Brücken und Straßen in der Stadt gesprengt wurden". Die Initiative "aus dem Stadtrat", den Gedenkplatz "Engel-Platz" zu nennen, datiert vom Sommer 2000. Bereits damals hätte die Stadt Buxtehude über die Vorgänge im April 1945 und die betreffenden Offiziere Auskünfte einholen müssen. Dies wurde nicht getan, weil man eine Ehrung von Wehrmachtsoffizieren partout wollte. Informationen über die Beteiligung an Kriegsverbrechen und die heldenhafte "friedliche Übergabe" der Stadt hätten dabei wohl nur gestört. Entscheidend ist, dass mit der Ehrung ein Beitrag zur Legende von der "sauberen Wehrmacht" geleistet werden soll. Völlig außen vor bleibt, dass die Offiziere Vollstrecker des deutschen Vernichtungskrieges und mit diesen Diensträngen durchweg überzeugte Antisemiten waren. Jede persönliche Ehrung hätte sich damit verboten. Die Verantwortlichen der Stadt reagierten erst, nachdem sie mit der Nase darauf gestoßen wurden, und zwar vor der Einweihung des Gedenksteins. Was jetzt geschehen soll, unterscheidet sich von der ursprünglichen Planung wenig. Es fehlen nur die Namen der "Helden". Detlef von Busch Stade Diese Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen und orthografische Angleichung vorbehalten.


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