Aktion: Greenpeace protestierte gegen Verkehrspolitik
Ufo über dem Maschener Kreuz
Mit einer Traube aus 800 schwarzen und weißen Ballons schwebte ein Pilot vom Sunder nach Winsen. Die Polizei wartete schon.
Anwohner meldeten gestern morgen der Polizei ein Unbekanntes Flugobjekt zwischen Tötensen und Hittfeld über dem Waldgebiet Sunder. Schwarze und weiße Ballons gebündelt zu einer großen Traube schwebten über dem Autobahnkreuz Maschen und weiter Richtung Winsen. Die Polizei in Winsen fand schnell heraus: Eine Aktion von Greenpeace.
Mit der Ballontour protestierte die Umweltschutzorganisation gegen die Verkehrspolitik. Greenpeace fordert von Verkehrsminister Tiefensee ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.
Seit Tagesanbruch hatten 25 Greenpeace-Aktivisten die Ballons in der Nähe des Autobahnkreuzes mit Helium gefüllt. Pilot der Ballontraube war ein Brite. Mike Howard (41) hatte sich in einem Art Klettergeschirr mit kleiner Sitzfläche an die 800 gebündelte Helium-Ballons gehängt und war dann in 300 Meter Höhe über dem Autobahnkreuz Maschen geschwebt. "Lenken kann er den sogenannten Clusterballon nicht, er wird nur von der Windströmung gesteuert", erläuterte Greenpeace-Sprecherin Simone Miller.
Die schwarzen Ballons mit dem Aufdruck "CO2" sollten die unsichtbaren Autoabgase symbolisieren. "Der gefährliche Müll ist der, den wir nicht sehen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid am Maschener Kreuz, "Deutschland leistet sich als einziges Industrieland der Welt weiterhin unbeschränkte und CO2 treibende Raserei."
Der Pilot landete nach etwa 25 Kilometern in Winsen auf einer Wiese an der Boschstraße. Dort nahmen Polizisten die Personalien des Piloten und der 25 Greenpeace-Aktivisten auf. Jetzt wird geprüft, ob ein Verstoß gegen das Luftfahrtgesetz vorlag. Verkehrsbehinderungen gab es laut Polizei nicht.


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