Harburg: Tierarzt konnte Terrier noch retten
Rattengift-Falle im Stadtpark
Ein Unbekannter hat im Harburger Stadtpark vergiftetes Hundefutter ausgelegt - Tibet-Terrier Kirk wäre fast an dem Fressen gestorben.
Harburg. Ingeborg Timmler (62) kann ihr Glück immer noch nicht fassen. "Das wäre doch ein Jammer gewesen, wenn mein kleiner Kerl gestorben wäre!" Der kleine Kerl ist ein Tibet-Terrier und gerade einmal sechs Monate alt. Und der kleine Kerl wäre fast nicht mehr am Leben, wenn Ingeborg Timmler nach einem Spaziergang im Harburger Stadtpark nicht sofort zum Tierarzt gelaufen wäre, der dem Hund zwei lebensrettende Spritzen verabreichte.
Was war passiert am vergangenen Mittwoch gegen 17.30 Uhr? Ingeborg Timmler, Chefin der "Häuslichen Krankenpflege" an der Winsener Straße 64, geht mit ihrem Liebling in den Stadtpark, sie passiert den Eingang am Marmstorfer Weg gegenüber dem Dahlenkamp. Hier beginnt ein Trimm-Dich-Pfad. Kirk von Tshe-Rin Wan, so heißt der Hund, geht gut gelaunt und Schwänzchen wedelnd, an Frauchens Leine und schnuppert eineinhalb Meter neben dem Weg im Gebüsch. "Plötzlich merkte ich, das mein Kirk etwas verschlang", sagt Ingeborg Timmler. Sie sah im Gebüsch nach und machte einen erschreckenden Fund: Auf dem Boden lag ein Holzstück, auf dem eine Alunapf mit Hundefutter montiert war. Und das Schlimme: Das Futter war durchsetzt mit blauen Pallets. "Rattengift!" - schießt es Ingeborg Timmler sofort durch den Kopf. Sie schnappt sich das Napf und läuft mit ihrem Hund zu Tierarzt Fritz-Gerhard Martens (38) in der Friedhofstraße 29. Die Praxis hat zwar schon zu, aber der Tierarzt ist sofort zur Stelle.
"Mir war sofort klar, dass es sich um Rattengift handelt", sagt der Tierarzt. Sofort gibt er Kirk zwei Spritzen: Eine zum Erbrechen und danach eine Vitamin-K-Spritze. "Mein Hund hat alles ausgebrochen und war danach wieder ganz fidel", sagt Ingeborgt Timmler. Und Kirk ist über den Berg: Gestern Vormittag begrüßte er den Rundschau-Reporter stürmisch in Frauchens Büro und schlief kurz darauf zu dessen Füßen ein.
Ingeborg Timmler ist sich indes sicher: "Hier hat es ein Verrückter auf Hunde und Katzen abgesehen. Die Aluschale war fachmännisch auf dem Holzbrett montiert, die Pallets waren sorgfältig unters Futter gemischt worden."
Das Bezirksamt Harburg hat nach einem Rundschau-Anruf gestern sofort Mitarbeiter in den Stadtpark geschickt, "um nach dem Rechten zu schauen". Weitere Fälle seien unbekannt. Kirk hat seinem tibetischen Zuchtnamen Tshe-Rin Wan übrigens alle Ehre gemacht: Er heißt soviel wie "ein langes Leben". Nomen est Omen.


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