Protest: "Autobahnnix" wird aufgestellt
Ein Stint gegen die A 39
Die Bürgerinitiative Lüne-Moorfeld macht mit ihrer Fisch-Skulptur bei der Stadtmarketing-Aktion mit. Gewünschter Standort ist vor der Industrie- und Handelskammer.
Lüneburg. Knallrot ist er, mit silbrig glänzenden Flossen: Der Stint mit dem Namen "Autobahnnix" schwimmt gegen die geplante Trasse der A 39. Demnächst wird er in der Lüneburger Innenstadt zu bewundern sein. "Beantragt haben wir einen Standplatz direkt vor der IHK", sagt Gabriele Parnow-Kloth, Mitglied der Bürgerinitiative Lüne-Moorfeld.
Wenn die Lüneburger Stadtmarketing GmbH am 3. März die von Bürgern und Firmen gestalteten Pappfische als "Hingucker" in den Fußgängerzonen aufstellt, soll "Autobahnnix" den Protest der Moorfelder verdeutlichen: "Wir wollen Druck machen gegen die geplante Trasse. Auch im Landtagswahlkampf werden wir präsent sein", verspricht Gabriele Parnow-Kloth. Seit Bekanntwerden der Autobahnpläne auf Lüneburger Stadtgebiet hat sich die Situation in ihrem Wohnviertel nicht verbessert: "Die ersten Häuser stehen leer und finden keinen Käufer. Das gab es früher nicht", erinnert sie sich. Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen nicht weichen: "Wir bleiben hier und leisten Widerstand", sagt Detlef Giesler, der gleichfalls im Moorfeld wohnt. Den Mitgliedern der BI ist klar, dass ihr Kampf gegen die A 39 einen langen Atem braucht, denn das Verfahren für die Trassenplanung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
"Wenn das Raumordnungsverfahren abgeschlossen ist, wird das Bundesverkehrsministerium über die vorgeschlagene Streckenführung entscheiden", erläutert Bernd Rczeppa von der Regierungsvertretung Lüneburg das weitere Vorgehen - erst danach schließt sich das Planfeststellungsverfahren bei den Straßenbaubehörden an: "Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens mussten wir ein EU-Vogelschutzgebiet nachmelden. Wir rechnen aber damit, unseren Part im Laufe des Sommers abschließen zu können." Bis zum ersten Spatenstich für die neue Autobahn wird es trotzdem noch eine ganze Weile dauern: "Da können auch noch mal zehn Jahre ins Land gehen", meint Rczeppa. Die Mitglieder der Bürgerinitiative schreckt das nicht: "Wenn das Vorhaben konkreter wird, wird auch der Widerstand erstarken", meint Gabriele Parnow-Kloth.
Auch Verena Fiedler, gleichfalls Anwohnerin der geplanten Trasse, ist sicher, dass ihre Bewegung Zulauf haben wird: "In Lüne und Moorfeld sind wir auch vom dritten Gleis betroffen. Der Lärm und die Erschütterungen treffen uns zusätzlich zu der geplanten Autobahn."
Einen Vorgeschmack auf die zukünftige Verkehrssituation bekommen die Anwohner schon jetzt: "Seit Sperrung der Reichenbachbrücke ist auf der Ostumgehung eindeutig mehr Verkehr. Es ist deutlich lauter geworden. Wenn Autobahn und drittes Gleis kommen, sind wir in Lüne und Moorfeld eingekeilt."


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