Landesgartenschau: Defizit ist viel höher als angekündigt
Geschäftsführerin entlassen
Vorwurf: Daniela Behrend-Breuer überschritt das Budget und vergab eigenmächtig Aufträge in Höhe von 170 000 Euro.
Winsen. Ein dunkler Schatten fällt auf die Landesgartenschau, die die Stadt Winsen weit über die Kreisgrenzen hinaus im prächtigen Glanz erscheinen ließ: Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat Daniela Behrend-Breuer (42) mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben als Geschäftsführerin der Landesgartenschau GmbH und Liquidatorin abberufen. Das Defizit der halbjährigen Gartenausstellung beträgt nicht nur eine Million Euro, wie nach Beendigung der Veranstaltung am 15. Oktober von Bürgermeisterin Angelika Bode verkündet, sondern doch 1,42 Millionen Euro. Daniela Behrend-Breuer wird nun "ein Versagen der Geschäftsführung" vorgeworfen, so Theodor Peters, Justitiar im Rathaus.
"In der Landesgartenschau-GmbH ist einiges aus dem Ruder gelaufen", sagt Peters weiter. Noch kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, herrschte "blankes Entsetzen" im Aufsichtsrat, als ein Prüfbüro den Mitgliedern einige Ungereimtheiten in den Unterlagen vortrug. Dabei wurde deutlich, dass die Geschäftsführerin einige Budgets überschritten hatte. Außerdem soll sie eigenmächtig, ohne Abstimmung mit dem Aufsichtsrat, Aufträge in Höhe von 170 000 Euro vergeben haben. Der Aufsichtsrat sah sich genötigt, die Empfehlung auszusprechen, Daniela Behrend-Breuer abzuberufen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt setzte diesen Beschluss am Donnerstagabend um.
"Es geht in diesem Fall nicht um die Außendarstellung der Landesgartenschau, die von Frau Behrend-Breuer hervorragend bewältigt wurde, sondern um die Budgetüberschreitungen", erklärt Andre Wiese, CDU-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, "das höhere Defizit stürzt die Stadt Winsen nicht ins Verderben, jedoch sind die Budgetüberschreitungen nicht zu relativieren."
Der Aufsichtsrat empfahl, das Wirtschaftsprüfer-Büro Rational aus Bremen mit der Revision zu beauftragen. Es arbeitet schon an den GmbH-Unterlagen. Mitte Januar sollen fundierte Erkenntnisse vorliegen. "Wir warten die Ergebnisse ab", sagt Wiese, "dann gibt der Aufsichtsrat auch eine Stellungnahme ab." Mit der Geschäftsführung der Landesgartenschau GmbH wurde der Winsener Rechtsanwalt und Steuerberater Jörg Busch betraut.


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