Die Boa - ein friedlicher Zeitgenosse
Reptilien: Deutscher Aquarianer Tag im Jägerhof
HAUSBRUCH. Eine Gespenstschrecke, die in ihrem Aussehen einer Riesenkakerlake ähnelt. Ein 60 Zentimeter langes Reptil namens Stachelschwanzwaran, das einem Menschen schon einmal die Fingerkuppe wegbeißen kann, aber eigentlich lieber mit Vitaminen angereicherte Heuschrecken verspeist. Leuchtende Fische aus unbekannten Meereswelten. Das alles war am Wochenende beim Norddeutschen Aquarianer Tag im "Landhaus Jägerhof" in Hausbruch zu sehen.
15 Vereine aus dem Großraum Hamburg und Lüneburg stellten in insgesamt 60 Aquarien und zehn Terrarien exotische Tier- und Pflanzenwelten vor. Dass Garnelen, Echsen und Schlangen längst in den deutschen Wohnzimmern Einzug gefunden haben, zeigen die rund 1200 Besucher an zwei Tagen.
Wie selbstverständlich nimmt Carlo Beyer von den Terrarien-Freunden-Hamburg eine 35 Zentimeter lange Schlange in die Hand. "Fühlen Sie, wie weich die Haut ist. Wie feinstes Leder!" Die Baby-Boa wird drei Meter lang werden. Sie ist in Wedel bei Hamburg zur Welt gekommen. "Boas sind friedliche Zeitgenossen". beruhigt der Fachmann. Auf ihrem Speiseplan stehen Mäuse, die laut Gesetz nur tot verfüttert werden dürfen.
Das Halten von Reptilien erfreut sich offenbar immer größerer Beliebtheit. Die Terrarien-Freunde-Hamburg haben sich erst im Mai 2005 gegründet und gehen schon stramm auf die 100 Mitglieder zu.
Das extravagante Hobby teilt Beyer mit Nils Hintz vom Verein für Vivaristik aus Buxtehude. Der 24-jährige hält 25 Pythonschlangen in seinem Eigenheim. "Das Faszinierende ist, etwas Ungewöhnliches zu halten", erklärt er seine ungewöhnliche Leidenschaft. Vor allem die Nachzucht sei interessant, fügt er noch hinzu. Das Futter, Ratten und Mäuse, züchtet er gleich mit. Was am Stand des Buxtehuder Vereins auffällt: Kinder und junge Erwachsene präsentieren die Terrarienwelten. Von Nachwuchsproblemen ist hier keine Spur.
Dennoch: Die meisten Besucher interessieren sich für die Wasserwelten. Bernd und Frauke Behrendt aus Neuenfelde haben zu Hause 16 Aquarien. Die beiden Mitglieder der Aquarienfreunde Stellingen sind Spezialisten für tropische Meerwasserfische wie dem knallgelben Pinzettdoktorfisch. "Die Farben sind faszinierend", schwärmt Bernd Behrendt. Übrigens: Rund 5000 Liter Wasser haben die 15 Vereine für den Aquarianer Tag im "Jägerhof" abgezapft. Das soll kurzzeitig den Betrieb des Gasthofes lahmgelegt haben.


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