Weihnachtsdekoration - viel zu früh?
Saisonstart: Viele Geschäfte haben schon fürs Fest geschmückt. Schokoladen-Nikolaus, Rauschgold-Engel und Adventskranz zieren bereits viele Harburger Läden. Was sagen die Kunden?
Harburg. Noch drei Wochen, dann wird die erste Adventskerze angezündet. Und in sieben Wochen kommt der Weihnachtsmann. Doch schon jetzt, Anfang November, bei milden 15 Grad Außentemperatur, rüsten die ersten Harburger Läden fürs große Weihnachtsgeschäft auf. Was sagen Kunden und Verkäufer zur Vorweihnachtszeit im November?
Bei Blumen Bleiziffer im Phoenix-Center haben die Floristinnen Katja Albers (21) und Rebekka Bock (20) gerade den ersten Weihnachtsschmuck aufgebaut: Knecht Ruprecht aus dünnem Blech mit goldenen Sternen oder aus Ton mit einem kleinen Weihnachtsbaum in der Hand sowie Schutzengel. "Man hat sich schon daran gewöhnt, daß die Weihnachtszeit immer früher anfängt", sagt Karin Gültzow (73), "aber ich finde das im Gegensatz zu meinen Enkelkindern schön - der erste Advent ist in diesem Jahr ja schon am 27. November."
Ein Weihnachtsmann aus Holz steht bereits auf dem Balkon von Karin Gültzow, neben Kürbissen vom Halloween-Fest. "Die Weihnachtsdekoration in den Geschäften verführt mich dazu, selbst schon etwas herauszustellen. Nächste Woche werde ich meine Pergamentlichter mit weihnachtlichen Motiven plazieren, die habe ich vom Hubertusmarkt mitgebracht."
"Ich finde das alles ein bißchen früh", sagt hingegen Ursula Schlegel (55). "Wenn die Vorweihnachtszeit zum ersten Advent anfangen würde, wäre ich einverstanden. Es erschlägt einen alles, das ist zuviel Masse." Ihr selbst seien die Weihnachtsdevotionalien ohnehin zu teuer; sie hole sich Anregungen in den Geschäften und bastele die Sachen dann selber oder kaufe Keramik in den Elbe-Werkstätten in Marmstorf am ersten Advent. Verkäuferin Katja Albers selbst findet die Vorweihnachtsdekoration angemessen - "so lange ich das nicht selbst zu Hause aufstellen muß."
Bei Parfümerie Douglas in der Lüneburger Straße hängt seit Donnerstag eine riesiger Adventskranz mit Kugeln, Schleifen und blinkenden Lichtern an der Decke. "Wenn wir das später machen würden, wären viele Kunden enttäuscht", sagt Verkäuferin Sandra Radebach (23). Der Kranz bleibe bis Anfang Januar hängen; aber schon jetzt kauften die Kunden Weihnachtsparfüms in weihnachtlichen Verpackungen.
Klarer Vorreiter in Sachen "Fröhliche Weihnacht" ist Karstadt am Herbert-Wehner-Platz. Hier hat Chef Gerhard Löwe (40) am 1. November auf 150 Quadratmetern einen Weihnachtsmarkt aufbauen lassen, dazu noch 50 Quadratmeter mit weihnachtlichen Süßwaren. So glitzern jetzt, Anfang November, Plastikkugeln, Schalen, Nußknacker, Krippen-Sets, Leuchter aus dem Erzgebirge, Engel, Vasen und Kerzen unter Weihnachtsbäumen mit blauen Schleifen und goldenen Sternen. In der Naschwarenecke halten sich feiste Weihnachtsmänner die Bäuche, Schnee-Häuschen, Weihnachtstrüffel und -teller warten auch Kundschaft; auch "Ken" und Barbie" sind in Schokoform geschlüpft.
"Normal ist es, schon Mitte Oktober mit der Weihnachtsdeko anzufangen, aber bei dem warmen Wetter ging das nicht", so Gerhard Löwe. "Ich habe vier Enkelkinder", sagt Kundin Bärbel Linder, "da finde ich es schön, daß ich rechtzeitig mit den Weihnachtseinkäufen anfangen kann." Kerstin Puls (37) empfindet die weihnachtliche Anmutung als verfrüht, "mir ist das sowieso zu teuer". Schülerin Daniela Achenbach (14) hingegen findet: "Wenn die Sachen so früh aufgebaut werden, können wir mehr Weihnachtsmänner essen."


Branchenbuch Hamburg
So kommen Sie voran
Das Rätsel des Tages

100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook





