Der Nindorfer Luchs-Nachwuchs
Nindorf. Gähn, irgendwie ist es noch verdammt früh, um in den Tag zu starten. Gerade sind drei Luchsbabys im Wildpark Lüneburger Heide aufgewacht; fünf Tage sind sie alt. Luchsmama Cleo (3) hat den Tag lang fix was zu tun: die Miniluchse saugen und saugen, und sauber gemacht werden wollen sie auch.
Cleo war erst im November nach Nindorf gekommen. Die vier Luchsmänner im Gehege fanden gleich mächtig Gefallen an ihr. "Wer der Vater ist, wissen wir nicht genau", sagt Wildparkleiter Ralf Neumann (37), "alle vier haben sich für Cleo interessiert. Sie fühlte sich aber besonders zu Leopold hingezogen."
Den Großteil des Tages verbringt das Luchstrio in einer hölzernen Schlafkiste, wo ihre Mama sie zur Welt brachte. "In zwei Wochen wird der Nachwuchs die Kiste verlassen. Vielleicht werden wir vorher eine Kamera in der Kiste aufbauen, so daß die Besucher die Luchsfamilie auf einem Bildschirm angucken können."
Noch können die Kleinen nichts sehen - erst in zehn Tagen öffnen sie ihre Augen. Zur Zeit wollen sie schön ihre Ruhe haben: Tierpfleger Jens Pradel hat Mutter und Kindern ein 600 Quadratmeter großes Areal im Luchsgehege abgesperrt. Neumann: "Eine reine Vorsichtsmaßnahme."
Wahrscheinlich werden aus dem Nachwuchs zwei Luchsbuben und ein Luchsmädchen. "Das trifft sich gut", sagt der Wildparkleiter, "der Naturpark Harz hat noch Bedarf an Luchsweibchen." Seit dem Jahr 2000 durchstreifen wieder Luchse den Harz - auch zwei Wildkatzen aus dem Wildpark sind dabei. Manche Luchse wandern aus ihrer neuen Heimat fort.


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