Abschied vom Reaktor
Ausstellungen: Gleich zwei Museen beschäftigen sich in Fotos und Exponaten mit dem Bau, Betrieb und dem Ende des Kernkraftwerks in Stade.
Stade/Buxtehude. Das Kernkraftwerk Stade wurde als erstes in Deutschland vor über einem Jahr vom Netz genommen. Mit dem Rückbau ist noch nicht begonnen worden. Es fehlt bisher an der Genehmigung. Aber das Kernkraftwerk Stade ist in diesen Wochen trotzdem ein Thema in der Region. "Abschied vom Kernkraftwerk Stade" ist das Thema eines Gemeinschaftsprojektes, einer Ausstellung an zwei Standorten. Gezeigt wird sie im Schwedenspeicher in Stade, Wasser West, und im Buxtehude-Museum am Stavenort noch bis zum 13. Februar.
Und zumindest die Präsentation in Buxtehude fällt ins Auge. Auf dem Platz gegenüber dem Museum gibt es ein großes Exponat, das sich hinter rot-weißen Absperrbaken befindet. Doch auf dem daran befindlichen Schild wird nicht vor dem Betreten der Baustelle gewarnt. Wer das Schild genau betrachtet, der liest: "Das Betreten der Installation ist verboten". Bei dem gewaltigen Exponat handelt es sich um das 2,5 Tonnen schwere, an den Seiten verstellbare Laufrad der Hauptkühlwasserpumpen mit einem Durchlauf von 7600 Litern pro Sekunde. Es soll noch voll funktionstüchtig sein.
Im Gebäude in Buxtehude selbst gibt es weiße und orangefarbene Schutzanzüge zu sehen, dazu Aufnahmen vom Bau des Kraftwerkes am Stadtrand von Stade. Damals schon war der Buxtehuder Fotograf Dieter Klar für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit der Kamera dabei, hat den Aufbau des Kernkraftwerkes festgehalten und das fertige AKW ebenso fotografiert.
Doch nicht nur der Betrieb des Kraftwerkes über 31 Jahre und der Bau sind Thema der beiden Ausstellungen. Auch die Proteste der Kernkraftgegner finden Raum. Und da geht es nicht nur um die aktuellen Castor-Transporte ins Zwischenlager, sondern um Proteste gegen Atomkraft allemein.
In Stade geht es im Schwedenspeicher-Museum auch um die Verbindungen zu anderen Großunternehmen und um die Industrialisierung des südlichen Elbufers im Stader Bereich. Das Kernkraftwerk war Impulsgeber, lieferte Strom und Wärme an andere Betriebe.
Aber es gibt mehr zu sehen. Zum Beispiel das Modell eines Kernkraftwerkes oder auch das eines Castoren. Zum Anfassen und zum Öffnen.
Zu der von den Designern Michael Jalowczarz und Petra Müller gestalteten und durch "energievolle Musik" aus der Feder von Hans Schüttler ergänzten Doppel-Ausstellung, ist in Zusammenarbeit mit Betreiber E.ON und den Stadtwerken Stade ein auch Begleitbuch erschienen. "Neue Energie!?- Abschied vom Kernkraftwerk Stade". Es kostet in den Museen 20 Euro.
Als Rahmenveranstaltung der Ausstellung, die nicht nur von Unternehmen sondern auch der "öffentlichen Hand" kräftig unterstützt worden ist, gibt es am 26. Januar, 19 Uhr, im Buxtehude-Museum eine Vortragsveranstaltung mit Dr. Erich Übelacker über Erneuerbare Energien. Die Ausstellung kann in Stade und Buxtehude täglich außer montags zu den normalen Öffnungszeiten angesehen werden. Ein erfreulicher Nebeneffekt: Für jeden Besucher der Ausstellung im Schwedenspeicher-Museum gibt E.ON einen Euro für die Rettung der Arp-Schnitger-Orgel in der Kirche in Hollern.


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