Dauerregen - Und sie haben trotzdem Spaß
Zeltlager: 1150 junge Feuerwehrleute verbringen eine Ferienwoche im Moisburger Camp. Das schlechte Wetter macht ihnen nichts aus
Moisburg. Das letzte Zeltlager musste abgebrochen werden. Regen, mehr als der Boden verkraften konnte, verhinderte im Jahr 2002 das Ereignis, auf das sich die Jugendfeuerwehren des Landkreises Harburg so gefreut hatten. Das sollte in diesem Sommer nicht wieder passieren. "Wir setzen alles daran, dass wir Herr über die Niederschläge werden", sagte Detlef Schröder (37), Kreisjugend-Feuerwehrwart und Leiter des diesjährigen Feriencamps in Moisburg. Ehrenamtliche Helfer ziehen Gräben, damit das Wasser ablaufen kann. Und die Bevölkerung spendiert Holzpaletten, damit die Wege nicht im Schlamm enden. "Die Stimmung hier ist jedenfalls bestens. Auch wenn immer wieder dunkle Wolken am Himmel aufziehen." 79 Jugendwehren des Landkreises Harburg haben mitten in Moisburg ihr einwöchiges Quartier aufgeschlagen. Noch bis zum kommenden Sonnabend, 17. Juli, verbringen 1150 Mädchen und Jungen mit 350 Betreuern ihre Ferien in einem Camp mit 150 Zelten. Besucher sind heute zum Tag der offenen Tür willkommen. Ab 17 Uhr lässt das jugendliche Empfangskomitee Verwandte, Freunde und Interessierte passieren, die sich in aller Ruhe einmal das Leben im Lager anschauen möchten.
Knalliges Orange ist die alles beherrschende Farbe der Regen-Bekleidung aller Bewohner auf dem Gelände: Jacken, Hosen, Mützen - "auf moderne Etikette wird hier zurzeit jedenfalls kein großer Wert gelegt. Das muss jetzt nicht sein", sagte Camp-Teilnehmerin Pia Figura (16).
Flip-Flops und Sportschuhe sind im Zeltlager nicht angesagt." "Am besten sind jetzt Gummistiefel und Botten", bestätigte auch ihre Freundin Jessica Meyer-Ottens (13). Die stehen parat, wenn der Weckdienst morgens um 6.30 Uhr einen neuen, spannenden Tag eröffnet. In Schichten gehts ab ins große Essenszelt. 3500 Brötchen hat der Bäcker dann bereits geliefert. Insgesamt werden pro Tag 1,5 Tonnen Lebensmittel verspeist. Küchenchef ist Bernd Meinschien aus Elstorf. Er freut sich, wenn es allen schmeckt. "Das ist ein wichtiger Punkt", sagte Detlef Schröder. "Hinter der ganzen Organisation steckt unser ganzes Know-how und eine Logistik, die wir zwei Jahre vorbereitet haben."
Nach dem Nachschlag und dem Dessert wird abgewaschen. Jeder Campteilnehmer schnappt sich sein Besteck und Geschirr, und schon kann es mit dem Nachmittagsprogramm weitergehen. Langeweile gibts hier nicht, denn Wettkämpfe und Spiele drinnen wie draußen sorgen für ausreichend Abwechslung. Besonders beliebt: "Human Table Soccer", Karaoke und "Wetten, dass . . . ?" Ab und zu wird ein Film gezeigt und gemeinsam zur Gitarre gesungen. "Klar kommt es vor, dass ein Kind mal Heimweh bekommt", sagte Detlef Schröder. "Auch dafür haben wir Verständnis und sorgen dafür, dass es behoben wird und es sich schnellstmöglich wieder wohl fühlt.
"Sheriff" im Kreisjugendfeuerwehr-Camp ist Wilfried Eick (55). Tag und Nacht sorgt er, ständig im Funkkontakt mit seinem wachsamen Team, für Ordnung und Sicherheit der 10 bis 18 Jahre alten Teilnehmer. Um 23 Uhr beginnt die Nachtruhe. "Das klappt immer recht gut", sagte Detlef Schröder und zeigte sich zufrieden mit der Disziplin seiner Schützlinge. Wird das Licht auch pünktlich ausgeschaltet, brennt das am Tage Wärme spendende große Lagerfeuer auch nachts weiter. "Das ist für uns wie ein olympisches Symbol", sagte der Leiter. "Erst wenn wir die Zelte wieder abbrechen, wird es gelöscht."


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