Erst diskutieren
Lokalspitze
Ich weiß: "Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand." Dennoch gibt es Si-tuationen, bei denen wir un-freiwillig Zeuge von Gesprä-chen werden. So geht es uns etwa, wenn wir uns im Garten hinter unserer hohen Hecke aufhalten. Gleich daneben befindet sich ein beliebter Fußweg. In diesem Sommer haben wir uns oft stundenlang im Garten aufge-halten. Angefangen vom Früh-stück bis zum abendlichen Grillen. Und da haben so manche Zeitgenossen - bekannte und unbekannte - zu unserer Unterhaltung beigetragen. Nachdenkliche und heitere, geistvolle und gewöhnliche Wort- und Satzfetzen bekamen wir zu hören. Ob wir nun wollten oder nicht. Regelmäßige Passanten an meiner Hecke waren auch ein Opa mit seiner Enkeltochter, die er stets pünktlich von der Schule ab-holte. Gespräche zwischen ganz unterschiedlichen Generationen! Sie ist wohl in der dritten oder vierten Klasse. Sie gingen also wieder einmal an meiner Hecke vorbei, und Großvater hatte der Enkelin wohl gerade mit der ganzen Weisheit seines Alters einen bestimmten Sachverhalt erklärt. Ich hörte nur noch ihren energischen Protest: "Opa, das ist heute anders . . . darüber muss man erst einmal diskutieren!" Bei dieser Schulbildung ist es ja kein Wunder, dass in Deutschland Reformen nicht vorankommen. Man sieht es doch an den vielen unterschiedlichen Kommissionen, die der Kleinen Recht geben: "Darüber muss man erst mal diskutieren!"


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