Harburg & Umland
18.09.10

Alles Frauensache

Angebot in der "Weiberei Jesteburg" bildet den kreativen Gegenpol zur Massenware

Von Matthias Kabel
Foto: Matthias Kabel
Das Team der Weiberei Jesteburg (von links): Bea Kayser-Spahic, Petra Tewson-Goronzy, Kim Pfeiffer, Nicole Gottweis und Tina Thiel.
Das Team der Weiberei Jesteburg (von links): Bea Kayser-Spahic, Petra Tewson-Goronzy, Kim Pfeiffer, Nicole Gottweis und Tina Thiel.

Jesteburg. Wie wär's mit einer Spülbürste in Pink, einem Kulturbeutel mit dem eigenen Namen darauf oder dem Paketband in Rosa mit weißen Punkten? Was nicht jeder hat, das gibt es in der "Weiberei Jesteburg". "Ein bisschen chaotisch" gehe es ja gelegentlich schon zu, verrät Nicole Gottweis, 41, - doch dafür bekommt die Kundschaft hier ausgefallene Wünsche erfüllt. Die "Weiberei Jesteburg" soll so etwas sein wie ein kreativer Gegenpol zu Läden, deren Sortiment aus Massenware besteht.

Den Anfang machte Tina Thiel, 37, vor sechs Jahren in Holm-Seppensen. Aus ihrer dortigen kleinen Werkstatt, in die es hineinregnete, wurde ein Laden, den sie gemeinsam mit zwei weiteren Frauen eröffnete. Seit 2008 ist der kreative Frauenladen in Jesteburg zu Hause, seit einem Jahr am jetzigen Standort in der Lindenstraße 12. "Der Umzug hat sich gelohnt, wir sind jetzt in der Ortsmitte und haben viel Laufkundschaft", resümiert Nicole Gottweis, und Tina Thiel freut sich über reichlich Stammkunden: "Es hat sich herumgesprochen, dass wir vieles selber machen und Alltagsgegenstände aufpeppen".

Beide vertreten die "Weiberei Jesteburg" offiziell nach außen, doch inzwischen ist der Laden schon ein Erfolgsmodell aus geballter Frauenpower. Zwölf kreative Frauen bieten hier ihre Produkte an - zum festen Stamm gehören Bea Kayser-Spahic, 41, Kim Pfeiffer, 42, und Petra Tewson-Goronzy, 48.

Jede der Frauen hat sich auf ihre eigenen Produkte spezialisiert - so stellt Bea Kayser-Spahic Lederschmuck sowie Taschen, Portemonnaies und Handyetuis aus Filz her. Vor ein paar Jahren wollte sie sich selbst Filzpantoffeln machen, "aber die wurden nichts". Doch reichlich Filz war übrig, und so wagte sie sich an die Herstellung von individuellen Accessoires aus diesem Material, die inzwischen begehrt sind.

Individuell sind auch die Sachen, die Petra Tewson-Goronzy anbietet. Sie bestickt Taschen für Einkauf und Kindergarten mit persönlichen Motiven, die meisten wünschen sich ihren Namen darauf. Als einzige übt sie einen Hauptberuf aus - sie ist Schulsekretärin in Wilhelmsburg.

Kim Pfeiffer ist gelernte Grafikdesignerin - sie entwirft Karten für private Anlässe wie Geburtstag oder Hochzeit, außerdem Logos, Visitenkarten und Geschäftspapiere.

Mit Papier beschäftigt sich auch Tina Thiel. Die gelernte Werbekauffrau und angelernte Buchbinderin stellt als Unikate in Handarbeit Notizblöcke, Fotoalben, Gästebücher, Kisten und Kästchen in den unterschiedlichsten Designs und Größen her. Der Renner sind "Ereigniskisten" zur Geburt, Taufe oder Hochzeit, in denen Fotos, Kleidungsstücke oder Schnuller aufbewahrt werden. Tina Thiel veranstaltet außerdem Buchbinderkurse im Laden. Auch Nähkurse finden hier regelmäßig statt.

Das Markenzeichen des Geschäfts sind Einzelanfertigungen, erläutert Nicole Gottweis: "Viele Kunden lassen sich inspirieren, sehen etwas, das sie gern haben möchten - aber eben etwas anders als die fertige Ware." Sie ist für den Einkauf zuständig und für die Individualisierung von Alltagsgegenständen wie Brotdosen oder Trinkflaschen. Die Arbeit im Laden teilen die Frauen unter sich auf.

"Schuld" an dem ungewöhnlichen Geschäftskonzept sind die Kinder: Durch die Verteilung der Lasten auf viele Schultern ist ein Miteinander von Beruf und Familie für die Frauen besser zu realisieren als bei einer Festanstellung. "Keine von uns könnte sechs Tage in der Woche ein Ladengeschäft führen", sagt Tina Thiel, und für Kim Pfeiffer ist ein großer Vorteil, "dass wir vieles zuhause machen können".

Wer eigene Waren in Kommission anbieten möchte, ist willkommen, aber die Artikel dürfen sich nicht mit dem vorhandenen Sortiment überschneiden, müssen also ein neues Segment bedienen.

Und einen gewissen Anspruch erwarten die Betreiberinnen und die Kunden auch. Wenn das erfüllt ist, dann darf sich sogar ein Mann in der "Weiberei Jesteburg" melden.

www.itsnicetohave.de

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