Bürger sind gegen neue Autobahn oder Schnellstraße
Klose unterschreibt Wilhelmsburger Protestliste
Der SPD-Bundestagsabgeordnete für Harburg, Wilhelmsburg und Bergedorf, Hans-Ulrich Klose (72), ist gegen den Bau von "Autobahnen durch die Elbinsel".
Hans-Ulrich Klose
Foto: Andreas Schmidt
Wilhelmsburg. Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages unterschrieb am Sonnabendmittag während einer Wahlkampf-FahrradTour an der Kornweide, Ecke Siebenbrüderweide bei einer Aktion der "Engagierten Wilhelmsburger" auf einer Unterschriftenliste folgendes: "Wir lehnen die neuen Verkehrsplanungen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) für Wilhelmsburg ganz entschieden ab und fordern: Keine weiteren Autobahnen und autobahnähnlichen Schnellstraßen durch die Elbinsel, egal ob im Norden oder, wie jetzt geplant, als Hafenquerspange durch den Süden der Insel und als verlegte Reichsstraße durch die Wilhelmsburger Mitte!"
Hans-Ulrich Klose tritt mit seiner Unterschrift auch "für die Verknüpfung von effektivem Lärmschutz und Deckelung für die gesamte Bahntrasse in Höhe der Wohngebiete Kirchdorf, Bahnhofsviertel, Georgswerder und der Veddel" ein. Er bekannte sich für die "Verknüpfung von effektivem Lärmschutz und Deckelung für die A 1 in Höhe Stillhorn, Kirchdorf-Süd, Kirchdorf und Georgswerder". Und er ist für eine "Herausnahme des Schwerlastverkehrs aus bewohnten Straßen". Hans-Ulrich Klose sagte den Demonstranten, "die Mitglieder des Verkehrsausschusses prüfen die Pläne nicht, die winken das durch". Wer die Pläne noch aufhalten könne, wäre der Haushaltsausschuss; er habe mit seinem Parteikollegen Johannes Kahrs (Hamburg-Mitte), Mitglied des Bundestagshaushaltsausschusses, geredet.
Hans-Ulrich Klose sagte, er habe sich das Gebiet um die Kornweide angeschaut und könne sich "nicht vorstellen, dass hier ein 600 Meter langer Tunnel gebaut wird. Diejenigen, die das verändern können, sitzen in der Hamburger Bürgerschaft" - gemeint waren die Abgeordneten der regierenden Parteien CDU und GAL. "Sie müssen den Abgeordneten Wilhelmsburg hautnah zeigen, die kennen sich hier nicht aus", sagte der Bundestagsabgeordnete den Demonstranten.
Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt sagte Hans-Ulrich Klose indes, dass "eine Verbindung zwischen der A 7 und der A 1 vorteilhaft wäre". Seiner Einschätzung nach würde "eine Nordvariante weniger kaputt machen".
Und weiter: "Wenn wir unter der Binnenalster eine neue U-Bahn bauen können, dann könnte man die Nordtrasse auch unterirdisch durch einen Tunnel führen. Die Planungen müssten von Hamburg aus kommen. Der Hafen braucht die Anbindung an eine Hafenquerspange. Ich würde die Lösung wählen, die am wenigsten kaputt macht, auch wenn sie teurer ist."
Am Donnerstag, 3. September, können sich alle Bürger zwischen 18.30 Uhr und 21.30 Uhr auf dem Elbcampus, Zum Handwerkszentrum 1 in Harburg, mit den Verkehrsplänen im Hamburger Süden auseinandersetzen. Und am Sonnabend, 12. September, läuft zwischen 10 und 17 Uhr ein Workshop im Wilhelmsburger Bürgerhaus.



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