Messehallen

Der große Sperrbezirk des G20-Gipfels in Hamburg

Wie bereits beim OSZE-Gipfel, sind die Messehallen mit Gittern abgesperrt

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Wie bereits beim OSZE-Gipfel, sind die Messehallen mit Gittern abgesperrt

Die Messehallen sind das zentrale Zentrum des Gipfels. Hier hier wird es die größten Behinderungen geben.

Hamburg. Das Hamburger Messegelände dürfte kaum wiederzuerkennen sein. In wenigen Tagen verwandelt sich die Veranstaltungsfläche am Fuße des Fernsehturms in den Hochsicherheitstrakt der Hansestadt. Für zwei Tage werden die Hallen A1 bis A4 zum Tagungsort der Weltpolitik, hier treffen am 7. und 8. Juli die Staats- und Regierungschefs der G20 aufeinander. Damit einher geht der größte Polizeieinsatz der jüngeren Geschichte in Hamburg. Mehr als 15.000 Polizisten werden auf den Straßen unterwegs sein. Viele von ihnen sichern das Gelände rund um die Messehallen. Verkehrsteilnehmer und Anwohner müssen in diesem Gebiet mit den größten Behinderungen in der Stadt rechnen.

Ähnlich wie bereits beim OSZE-Treffen im vergangenen Jahr werden rund um das Messegelände eine innere und eine äußere Sicherheitszone eingerichtet. Mit dem Aufbau beginnt die Polizei bereits am 5. Juli. Zur Absperrung werden vor allem Metallgitter verwendet. Die streng abgeschirmte innere Sicherheitszone eins umfasst die Hallen A1 bis A4 sowie die Halle B1. In den A-Hallen befinden sich die Sitzungsräume des Gipfeltreffens, die Delegationsbüros, Räume für bilaterale Gespräche sowie der Bereich für das "Familienfoto" mit allen Teilnehmern. In der Halle B1 entsteht ein internationales Pressezen­trum, in dem rund 3000 Journalisten aus aller Welt arbeiten werden. Auch die Pressekonferenzen werden hier abgehalten. Zu den Tagungsräumen haben aus Sicherheitsgründen weder die Öffentlichkeit noch Journalisten Zutritt.

Mehrere Straßen werden gesperrt

Die übrigen B-Hallen befinden sich in der äußeren Sicherheitszone zwei. In den Hallen B2 bis B4 entstehen weitere Arbeits- und Aufenthaltsräume für Journalisten. In den Hallen B5 bis B7 befinden sich Logistik und der Fuhrpark. Rund um die Messehallen sperrt die Polizei folgende Straßen für den Verkehr: Karolinenstraße ab Hausnummer 16, Flora-Neumann-Straße, Grabenstraße, Lagerstraße, Sternschanze, Schröderstiftstraße, An der Verbindungsbahn, Messeplatz, Tiergartenstraße, St. Petersburger Straße, Marseiller Straße, Bei den Kirchhöfen, Holstenglacis ab Messegelände. Das Parken von Autos und Abstellen von Fahrrädern ist verboten.

In der äußeren Sicherheitszone dürfen sich nur Anwohner, deren Besucher, ortsansässige Gewerbetreibende und Personen "mit berechtigtem Interesse" – das heißt zum Beispiel Liefer- und Pflegedienste – aufhalten. Letztere müssen der Polizei das berechtigte Interesse nachweisen. Der Zugang ist nur über 14 Durchlassstellen möglich, an denen die Polizei Personenkontrollen durchführen wird.

Allerdings liegen in der Sicherheitszone rund um das Messegelände nur die Häuser Flora-Neumann-Straße 2 bis 4 sowie Sternschanze 1 und 1a. Nur wer dort lebt, muss zum Erreichen und Verlassen der Häuser eine Durchlassstelle passieren und möglicherweise den Inhalt seiner Taschen überprüfen lassen. Ist Besuch in den Häusern geplant, muss dieser sich an der Durchlassstelle melden. Die Polizei informiert dann den Anwohner über das Eintreffen.

Auch der öffentliche Nahverkehr ist rund um die Messehallen beeinträchtigt. Im U-Bahnhof Messehallen können die Zugänge "Karolinenstraße" und "Hamburg Messe" nicht genutzt werden. Die Buslinie 35 fährt an den betroffenen Tagen nicht durch die Karolinenstraße und St. Petersburger Straße. Busse werden umgeleitet.

Über die Sitzordnung wird noch beraten

Von alledem dürften die Gipfelteilnehmer in den Messehallen kaum etwas mitbekommen. Im Zentrum der Sicherheitszone werden die Staats- und Regierungschefs an einem riesigen Konferenztisch Platz nehmen. Zurückziehen können sie sich in separate Räume, etwa für bilaterale Gespräche, Telefonate und Besprechungen. Jeder Delegation stehen dafür mehrere Büros mit entsprechender technischer Ausstattung zur Verfügung. Details zum Umbau, der bereits seit dem 3. Juni läuft, sind allerdings geheim.

Und auch über die Sitzordnung wird einem Regierungssprecher zufolge derzeit noch beraten. "Sicher ist aber, dass die Staats- und Regierungschefs und die Leiter internationaler Organisationen als einzige Vertreter am Konferenztisch sitzen werden." Welche weiteren Personen als Delegierte in zweiter Reihe Platz nehmen, würden die einzelnen Länder selbst entscheiden. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert kürzlich beim G20-Talk des Hamburger Abendblatts sagte, werde außerdem darauf geachtet, dass nicht immer die gleichen Politiker nebeneinandersitzen, sondern es sich auch mische. "Dadurch besteht die Möglichkeit, auch einmal informell etwas zu besprechen."

Verständigung über Simultandolmetschung

Die Verständigung unter den Gipfelteilnehmern läuft, wie bei internatio­nalen Gipfeltreffen üblich, übrigens über Simultandolmetschung. Die Dolmetscher organisiert das Auswärtige Amt, das auch die Übersetzung Deutsch–Englisch und Englisch–Deutsch übernimmt. "Üblicherweise bringen einige Staats- und Regierungschefs auch eigene Dolmetscher mit", so ein Regierungssprecher. Er verweist auch darauf, dass sich die G20-Teilnehmer innerhalb der für sie vorgesehenen Zonen frei von Sicherheitspersonal bewegen können – auch beim Toilettengang zum Beispiel. "Die Teilnehmer entscheiden ausschließlich selbst, wann und wie sie begleitet werden."

G20-Gipfel kurz erklärt:

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Video: abendblatt.tv
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