22.04.09

Jugendhilfe: CDU und GAL wollen Jungen stärker fördern

Das neue schwache Geschlecht

Untersuchungen zeigen: Männliche Jugendliche leiden verstärkt unter mangelnder Anerkennung.

Von Matthias Schmoock
Foto: Team Laible / Bodig
Fordert verbesserten Einsatz für die Jungen: Christiane Blömeke (GAL).

Nach jahrelanger intensiver Förderung von Mädchen und Mädchenprojekten wollen sich Politiker von CDU und GAL nun stärker als bisher um Unterstützung für die Jungen in der Stadt bemühen. Zum Hintergrund: Untersuchungen zeigen nach Angaben der jugendpolitischen Sprecher, dass Jungen - stärker als bisher bekannt war - unter mangelnder Anerkennung leiden. Es fehlen ihnen in Familie und Schule sehr oft männliche Vorbilder, zum Beispiel, wenn sie bei einer alleinerziehenden Mutter aufwachsen und hauptsächlich von Lehrerinnen unterrichtet werden.

"Wir müssen Jungen besser mit ihren Bedürfnissen und Problemen wahrnehmen", so die jugend- und familienpolitische Sprecherin der GAL, Christiane Blömeke, und selbstkritisch fügt sie hinzu: "Da ist in den letzten Jahren zu wenig geschehen."

Und der jugendpolitische Sprecher der CDU, Stephan Müller, wird noch deutlicher: "Dieses Thema war das Stiefkind der Jugendhilfe. Pädagogisches Hinterhofstricken bringt Jungs überhaupt nichts", so Müller.

Gemeinsam mit der CDU hat die GAL jetzt einen Antrag zum Ausbau der Förderung auf den Weg gebracht, der morgen in der Bürgerschaft debattiert wird. Darin geht es auch um den schulischen Bereich: Die Jungen sollen bei der Planung von Ganztagsschulen stärker berücksichtigt werden, weil sie dort einen Großteil ihrer Zeit verbringen.

Konkret fordern die Politiker als erste Schritte:

Eine Stelle für Vernetzung und Beratung von Projekten der Jungenarbeit in der Jugendhilfe soll eingerichtet werden. Über sie könnte eine Bestandsaufnahme bestehender Ansätze in der Jungenarbeit laufen. Die Vernetzung und Beratung von Projekten der Jungenarbeit soll dabei verbessert werden. Auch ist geplant, regelmäßige Praxistreffen für die Fachkräfte zu organisieren oder zum Thema eine Projektdatenbank/Internetplattform zu entwickeln.

Es sollen vom Senat Leitlinien für die geschlechtsspezifische Arbeit mit Jungen in Kitas, in der Jugendhilfe und in Schulen entwickelt und festgeschrieben werden. Diese Leitlinien dienen den Fachkräften als Orientierung für die Entwicklung von Konzepten.

Es soll behördenübergreifend eine Fachtagung zur Jungenarbeit organisiert werden.

Auch Lehrerinnen und Lehrer sollen bei der geschlechtsspezifischen Arbeit mit Jungen unterstützt werden. Dafür soll am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung ein Netzwerk Jungenarbeit aufgebaut werden.

Um die Jungenarbeit an Schulen zu stärken, soll geprüft werden, inwieweit Funktions- und Beratungslehrerstunden für die geschlechtsspezifische Arbeit mit Jungen eingesetzt werden können.

Laut Christiane Blömeke werden Jungen heute mit völlig widersprüchlichen Rollenvorstellungen konfrontiert - mal sollen sie Machos sein, mal Softies. Mal wird Durchsetzungsvermögen verlangt, dann wieder Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit. Fehlt dann noch die Unterstützung in der Familie und draußen, reagieren sie nicht selten mit Schulversagen - im Extremfall mit Gewalt oder Suchtverhalten.

Zum bildungspolitischen Aspekt sagt Michael Gwosdz, schulpolitischer Sprecher der GAL-Fraktion: "Die Jungenarbeit soll auch im schulischen Bereich erweitert werden, weil wir die Jungen dann in ihrem unmittelbaren Alltag erreichen."

Und Stephan Müller ergänzt: "Sowohl in der familiären als auch in der professionellen Erziehung von Jungen sind Männer in den vergangenen Jahren seltener geworden, dabei suchen Jungen nach Autoritäten, nach väterlichen Sparringpartnern." Einen vollständigen Paradigmawechsel sehen die Politiker aber nicht. Müller: Die Förderung der Mädchen soll ja nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.

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