Bei Hagenbeck wurden zum Jahresende Haie, Halbaffen und Krustenechsen gezählt, gewogen und vermessen. Bilder: Hagenbecks Eismeergehege Bilder: Tierpark Hagenbeck

Sie rennen, schwimmen und kriechen durcheinander, und bei manchen weiß man entweder nicht, wo Anfang und Ende ist - oder hat Probleme, dicht genug an sie heranzukommen, um sie vermessen zu können. Die jährliche Inventur in Hagenbecks Tropen-Aquarium bringt an den Tag, wie lang, schwer und zahlreich die rund 14 400 Tiere aus 317 verschiedenen Arten sind. Darunter unter anderem wendige Haie, quirlige Kattas und hoch giftige Krustenechsen.

Gleich hinter dem Eingang springen die ringelschwänzigen Kattas über die Köpfe der Besucher hinweg. "Wir haben jetzt 15 Tiere - so viel steht fest", sagt Dr. Thomas Kölpin, Leiter des terrestrischen Teils des Tropen-Aquariums, und lacht. Doch wie die drei Jungtiere, die im März geboren wurden, auf die Waage bekommen? Betriebshelfer Jörg Walter lockt die lebhaften Halbaffen mit Rosinen - und schon kann abgelesen werden, dass die mit 50 bis 80 Gramm geborenen Tiere mittlerweile zwischen 1472 und 1640 Gramm wiegen.

Die Gila-Krustenechsen sind da wesentlich behäbiger im Umgang - aber ungleich gefährlicher: "Ihr Speichel ist giftig, kann für Menschen sogar tödlich sein, und es gibt kein Gegenmittel", sagt Kölpin. So fasst er die Tiere auch nur mit Schutzhandschuhen an, während Tierpfleger Roy Schulz ihre Länge und Kopfbreite vermisst - letztere gibt Aufschluss darüber, welche der vier gleich aussehenden Tiere die Männchen sind. Sie sind mit sechs Zentimetern im Vergleich zu den Damen mit fünf Zentimetern "Dickschädel". Schnell auf dem Weg in die aquatische Welt noch die Scheibensalmler gezählt: 69 der Piranha-Verwandten (allerdings in der vegetarischen Variante) zählen Kölpin und Schulz. "Eigentlich sollten es 70 Fische sein, keine Ahnung, was mit dem einen passiert ist", so Kölpin. Bei den Bambushaien zählt Schulz zehn Eier, die in der vergangenen Nacht gelegt wurden. In etwa 140 Tagen schlüpfen hieraus schwarz-weiß gebänderte Junghaie.

Und wie geht es Zorro? Der Riesen-Zackenbarsch lebt seit eineinhalb Jahren im großen Hai-Atoll. Beim Einzug hatte er eine Länge von 70 Zentimetern. Die Taucher Reiner Reusch und Heidrun Rohr warten geduldig am Beckengrund mit dem Zollstock. Der Hausherr ziert sich etwas und verrät am Ende doch, dass er mit jetzt 128 Zentimetern Körperlänge ordentlich zugelegt hat. Halbe Strecke also: Zackenbarsche können 2,50 Meter lang werden.