Die Hamburger Lotto-Annahmestellen klagen über deutliche Umsatzeinbußen. Schuld daran soll der seit Januar 2008 geltende Glücksspielstaatsvertrag...

Sascha von Pein steht am Verkaufstresen seines Kiosks an der Osterstraße in Eimsbüttel: "Wir sind auf das Lotto-Geschäft angewiesen, weitere Umsatzrückgänge wären fatal."
Foto: Michael Zapf
Die Hamburger Lotto-Annahmestellen klagen über deutliche Umsatzeinbußen. Schuld daran soll der seit Januar 2008 geltende Glücksspielstaatsvertrag sein. Dessen Ziel ist es, die Bürger besser vor Spielsucht zu schützen. In diesem Zusammenhang hatte Lotto Hamburg bereits im September 2007 die personalisierte Kundenkarte eingeführt; ohne die können die tägliche Lotterie Keno und die Sportwette Oddset nicht gespielt werden. Doch: "Die Kunden haben die Nase voll. Auf die Identkarte von Lotto hat keiner Lust. Die Spieler wollen nicht ihre Daten preisgeben und verzichten deshalb auf einige Glücksspielformen", sagt Michael Letzsch, der in einem Kiosk an der Straße Beim Schlump arbeitet. Das führe zu Umsatzeinbußen von etwa zehn Prozent, so Letzsch.
Auch Sascha von Pein (25), der mit seinem Vater Volker einen Kiosk an der Osterstraße betreibt, sagt: "Der Umsatz beim täglichen Lottospiel ist generell zurückgegangen. Die Leute haben kein Geld mehr und sind durch die Kundenkarte verunsichert." Lotto-Hamburg-Sprecherin Birte Engelken bestätigte: "Wir haben bei der täglichen Lotterie Keno und der Sportwette Oddset seit Einführung der Kundenkarte Umsatzeinbußen im zweistelligen Bereich."
Unterdessen sorgt eine einstweilige Verfügung des Landgerichtes Berlin gegen die Deutsche Klassenlotterie auch in Hamburg für Verunsicherung. Demnach müssen die Lotto-Annahmestellen in der Hauptstadt künftig das Angebot von Süßwaren und Glücksspielen trennen. Würde die einstweilige Verfügung in Hamburg gelten, hätten Kioskbetreiber Bernhard Haltenhof (52) aus Eimsbüttel und viele weitere ein Problem. Der Lottoannahmebereich liegt direkt neben der Kasse und dem Regal mit Schokoriegeln. "Die räumliche Trennung wäre für mich gar nicht machbar", sagt Haltenhof. Für Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbandes, steht fest: "Für viele ist es schlicht nicht möglich, auf ihren paar Quadratmetern eine Wand zwischen Kaugummis und Lottoscheine zu ziehen." Aber Lotto-Hamburg-Sprecherin Engelken bleibt gelassen: "Die Entscheidung in Berlin betrifft uns nicht. Wir werden die weitere Entwicklung dort beobachten."












