2010 soll das Projekt auf die Außenbezirke ausgeweitet werden. Wie teuer es für die Radler wird, ist unklar - noch läuft die Ausschreibung.

In Paris ist das Fahrradleihsystem ein Riesenerfolg. Stationen, wie diese in Montparnasse, sind über die ganze Stadt verteilt.
Foto: Dieter Lüttgen
Jetzt ist es definitiv: Bis zum April 2009 bekommt Hamburg ein Fahrradmietsystem. In einem ersten Schritt sollen 60 Leihstationen mit insgesamt 1000 Rädern im Innenstadtbereich eingerichtet werden. Entsprechende Pläne stellte Stadtentwicklungs-Staatsrat Stephan Winters bei der jüngsten Sitzung des Fahrradforums vor. Nach Abendblatt-Informationen sollen die Stationen vor allem in der Nähe von U- und S-Bahn-Stationen, Sehenswürdigkeiten und bei großen Arbeitgebern aufgestellt werden, darunter Hauptbahnhof, Dammtorbahnhof, Jungfernstieg, Rathaus, Messe, Landungsbrücken, HafenCity, Axel Springer AG sowie mehrere Stationen am Altonaer Bahnhof. Angedacht sind auch Standorte im Univiertel.
Von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) heißt es: "Mögliche Standorte von Leihstationen werden momentan mit Vertretern der BSU, der Polizei und der Hochbahn vor Ort festgelegt." Diese sollen, so heißt es von Insidern, zunächst innerhalb des Rings 1 und zum Teil daüber hinaus liegen. Erst in einem zweiten Schritt sollen bis zum April 2010 weitere 70 Stationen mit 500 Rädern in den weiter außen gelegenen Bezirken eingerichtet werden.
Anders als beim Leihsystem in Paris müssen die Räder in Hamburg nach dem Entleihen zu einer der Stationen zurückgebracht werden. Praktisch soll das so funktionieren: Man entnimmt ein Fahrrad zum Beispiel am Hauptbahnhof, fährt damit zu den Landungsbrücken und gibt es bei der dortigen Station wieder ab. Nach dem Besuch des Hafens entnimmt man sich wieder ein Rad und fährt damit weiter. Die erste halbe Stunde der Nutzung ist frei. Ab dann kostet es Geld. Wie hoch genau die Gebühr sein wird, steht noch nicht fest. Dies muss im Rahmen der Ausschreibung und Kalkulation des Betreibers noch errechnet werden. Aufgabe des Betreibers wird es sein, dafür zu sorgen, dass immer genügend Fahrräder an den unterschiedlichen Stationen zur Verfügung stehen, beziehungsweise im Umkehrschluss genügend Plätze für die Rückgabe der Räder frei sind. Die Fahrräder sollen eine genormte Größe haben, Kinderfahrräder soll es nach Abendblatt-Informationen nicht geben. Überlegt werden derzeit aber Sonderangebote für Fahrräder mit Anhängern oder Kindersitzen.
Wer den Zuschlag für das Leihsystem bekommt, soll nach Angaben der Behörde noch im Oktober entschieden werden. Derzeit werden die Ergebnisse der Ausschreibung ausgewertet. Die Zustimmung der Bürgerschaft soll noch im Dezember eingeholt werden. Anders als bisher angekündigt, sollen die Bezirksversammlungen nicht mehr in die Entscheidung über die Standorte der Leihstationen eingebunden werden. Lediglich die Bezirksämter sollen involviert sein. Dies nehme zu viel Zeit in Anspruch, hieß es zur Begründung bei der Sitzung des Fahrradforums. Das ist angesichts der langen Geschichte des Fahrradleihsystems in Hamburg zumindest verwunderlich. Schon vor Jahren wollte die CDU ein solches System einführen, hatte dies schließlich aus Kostengründen immer wieder verworfen. Im Koalitionsvertrag einigten sich GAL und CDU darauf, ein Leihfahrradsystem anzustreben.












