Die Serie von Brandstiftungen in Hamburg reißt nicht ab: Erneut brach in der Nacht zu Freitag ein Feuer aus.
Hamburg. Im Stadtteil Hamm brannte ein Palettenstapel neben einem Supermarkt, wie die Polizei berichtete. Kurz nach drei Uhr musste die Feuerwehr ausrücken, Verletzte gab es nicht. "Ob ein Zusammenhang zu den anderen Bränden besteht, ist bislang noch unklar", sagte ein Polizeisprecher. "Aber auch Trittbrettfahrer gibt es immer wieder." Eine Reihe von Brandstiftungen hält Feuerwehr und Polizei in der Hansestadt seit Mittwoch in Atem. Zwei zunächst festgenommene Tatverdächtige waren wieder entlassen worden.
Sind es die Taten eines Wahnsinnigen? Nach elf Brandanschlägen in den vergangenen zwei Tagen jagt ein Großaufgebot der Hamburger Polizei einen oder mehrere Feuerteufel. Rund 200 Feuerwehrleute und gut 120 Polizisten waren gestern im Einsatz. Bisher wurde ein Mensch bei den Bränden verletzt. Begonnen hatte die unheimliche Serie am Mittwoch im Gemeindehaus am Öjendorfer Weg in Billstedt. Dort hatte der Brandstifter am Nachmittag an vier Stellen Feuer gelegt. Er zündete Papier und Unrat an. Binnen 90 Minuten schlug er dann im selben Stadtteil in einem Pflegedienst und in einer Kita zu.
Knapp eine Stunde später brannte es zum ersten Mal in der Innenstadt. Dort löschten die Feuerwehrleute drei Brände in den Hotels Alte Wache (Adenauerallee), Europäischer Hof (Kirchenallee) und im Gewerkschaftshaus (Besenbinderhof).
Gestern dann schlugen der oder die Unbekannten erneut zu - diesmal in Bürogebäuden an der Spaldingstraße, Nordkanalstraße und Beim Strohhause. Von 9.05 Uhr bis 13.14 Uhr wurden der Einsatzzentrale der Feuerwehr immer neue Feuer gemeldet
Eine 48 Jahre alte Frau kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Feuerwehrleute retteten mehrere Menschen über eine Drehleiter aus dem vierten Stock eines Bürogebäudes.
"Ich habe eine derartige Fülle von Einsätzen bislang noch nicht erlebt", sagte Feuerwehrsprecher Martin Schneider. Die Polizei warnt dringend davor, Fremde in Wohn- und Bürogebäude hineinzulassen. Zwei zunächst festgenommene Männer kamen gestern wieder auf freien Fuß. Der Tatverdacht gegen die 44 und 50 Jahre alten Männer konnte nicht erhärtet werden.











