Immer weniger Feuerwehrleute sind dienstbereit: Im Streit um das seit dem Frühjahr geltende neue Dienstplanmodell (wir berichteten) liegen dem Abendblatt jetzt beunruhigende interne Zahlen der Feuerwehrführung vor.
Demnach sinken die durchschnittlichen Stärkemeldungen für die Löschzüge der Feuerwehr seit der Einführung des neuen Dienstplans im März kontinuierlich. Das heißt: Jeden Monat melden sich durchschnittlich weniger Brandbekämpfer zum Dienst an den Wachen. Das gilt für Tages- wie auch für Nachtdienste. Die Zahlen, die aus einer Senatsantwort auf eine SPD-Anfrage hervorgehen, sind für die Gegner der veränderten Arbeitszeiten ein weiterer Beleg dafür, dass der neue Dienstplan "krank" mache.
Waren in März noch im Durchschnitt 259 Beamte am Tag im Einsatz, so sind es zuletzt im September noch 238 gewesen - immerhin fast zehn Prozent weniger. Parallel dazu sank die Zahl der nachts eingesetzten Brandbekämpfer von durchschnittlich 241 auf 224 - ebenfalls knapp zehn Prozent. Zudem stieg die Quote der Fehlzeiten: Von 7,9 in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres auf 9,5 im ersten Halbjahr 2007. Die Folge: Immer häufiger bleiben Löschfahrzeuge außer Dienst, weil das Personal dafür schlicht fehlt. Ein zunehmendes Sicherheitsrisiko?
Der SPD-Abgeordnete Andreas Dressel, der die Senatsanfrage gestellt hatte, nennt die Lage an den Wachen "besorgniserregend": Wenn in der ersten Hälfte des Septembers ganze 28-mal ein Löschfahrzeug außer Dienst geht, dann steht es nicht gut um unsere Feuerwehr." Dressel kritisierte, dass der Senat "in vielen Punkten bei dem Thema nicht aussagefähig ist": So müssten jetzt alle Personalstärke-Meldungen offengelegt werden.
Innenbehörde und Feuerwehrleitung dagegen sehen das Problem anders: "Wir haben 88 Kollegen in der Ausbildung, dazu einige Dauerkranke. Deshalb fehlen uns zurzeit einige Mitarbeiter", erläuterte Feuerwehrsprecher Peter Braun. Reinhard Fallak, Sprecher der Innenbehörde, ergänzte: "Sicher gibt es mehr Krankmeldungen. Dass der neue Dienstplan aber allein Ursache für gestiegene Fehlzeiten ist, halten wir für Spekulation."











