Die 33-Jährige kam mit einer Freundin von einer Feier im UKE, als der Pkw plötzlich auf sie zuraste. Die Arbeitskollegen stehen unter Schock.
Für ihre Kollegen, sagt ein Sprecher des UKE, war die große, schlanke Frau mit den kurzen, hellbraunen Haaren "der Sonnenschein der Station": Eine 33 Jahre alte Krankenschwester ist in der Nacht zu Mittwoch in Hoheluft-West Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls geworden. Manuela W. wollte sich gerade von einer Kollegin verabschieden, als sie ein 21 Jahre alter Autofahrer mit seinem roten VW Golf erfasste. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei war Sebastian B. viel zu schnell gefahren - und zudem volltrunken: Er hatte 2,3 Promille Alkohol im Blut.
Frau totgefahren - Bewährungsstrafe
Manuela W. war mit ihrer Kollegin Claudia S. (35) auf dem Rad von einer Feier im UKE unterwegs nach Hause. An der Ecke Eppendorfer Weg/Roonstraße halten die Frauen gegen 1.10 Uhr an, um sich zu verabschieden. Zeitgleich nähert sich Sebastian B. mit dem Wagen seiner Mutter auf der Gegenfahrbahn. Zeugen sehen, dass er zu schnell fährt - und plötzlich auf die Gegenfahrbahn gerät, dort, wo am Straßenrand die beiden Frauen stehen. Unfassbare Szenen: Beim Zusammenstoß mit dem VW Golf wird Manuela W. zehn Meter weit durch die Luft geschleudert, bevor sie leblos auf der Straße liegen bleibt. Sebastian B. stoppt seinen Pkw mit gesplitterter Frontscheibe erst 100 Meter hinter dem Unfallort. Das Unfallopfer kommt noch in das nahe UKE, wo die 33-Jährige wenig später ihren schweren Kopfverletzungen erliegt. Ihre Freundin Claudia S., die den Unfall mitansehen musste, erleidet einen schweren Schock. Feuerwehrseelsorgerin Erneli Martens betreut sie.
Unfallopfer Manuela W. stammte aus Nordrhein-Westfalen, lebte seit 2006 in einem Mehrfamilienhaus in Winterhude. Zum 1. Juli hatte sie die Wohnung dort gekündigt - um zu ihrem Freund zu ziehen, heißt es im Haus. Die Krankenschwester arbeitete im UKE auf der Medizinischen Intensivstation. "Sie war hochgeschätzt und äußerst kompetent", sagt Mathias Goyen, UKE-Sprecher: "Die Kollegen sind so erschüttert, dass wir Professor Peter Riedesser, unseren Trauma-Experten, und sein Team um Hilfe gebeten haben. Ihr Tod ist ein Albtraum für alle."
Der bislang nicht polizeibekannte Unfallfahrer soll spätestens heute einem Haftrichter vorgeführt werden. "Zunächst muss der junge Mann aber an der Wache 23 ausnüchtern", sagt Polizeisprecher Ralf Kunz.
Für die Polizei bilden Fahrer wie Sebastian B. die größte Risikogruppe im Straßenverkehr. Auch wenn die Unfallzahlen der 18- bis 24-Jährigen mittlerweile leicht rückgängig sind: Die jungen Fahrer sind in fast ein Viertel aller Unfälle mit Verletzten in Hamburg verwickelt - obwohl ihre Altersgruppe nur 8,2 Prozent aller Hamburger bildet. Alkohol, vor allem aber Rauschgifte wie Marihuana spielten dabei eine große Rolle. "Zwei Drittel der Unfälle verursachen die jungen Fahrer selbst", sagt Polizeisprecher Kunz.












