Wann öffnet das Internationale Schiffahrts- und Meeresmuseum Peter Tamm seine Pforten, und wie ist es konzipiert? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des Kulturausschusses gestern abend im Rathaus.

Die gute Nachricht hatte Russalka Nikolov, Geschäftsführerin der Peter-Tamm-Stiftung, gleich zu Beginn parat: Inzwischen sind neun Millionen Euro an privaten Spendengeldern zusammengekommen. Nikolov hofft, daß das Museum "Mitte bis Ende 2007" eröffnen könne, sie schloß aber auch nicht aus, daß zunächst einzelne Abteilungen öffnen könnten.

Wie berichtet, wird das Museum von der Stadt mit rund 30 Millionen Euro für die Herrichtung des denkmalgeschützten Kaispeichers B unterstützt. In dem Gebäude sollen Exponate des Sammlers Prof. Peter Tamm gezeigt werden - auf einer Fläche von 11 000 Quadratmetern, verteilt auf zehn Stockwerke. Nikolov über den Erwartungsdruck, unter dem die Initiatoren jetzt stehen: "Wir sind zum Erfolg verdammt."

Im Verlauf der Anhörung im völlig überfüllten Kaisersaal gab es aber auch Kritik an dem Projekt. Verschiedene Abgeordnete, darunter Jens Kerstan (GAL) und Wilfried Buss (SPD) bemängelten, daß immer noch kein schlüssiges Konzept für die Gestaltung des Museums vorliege. Die inhaltliche Kritik kreiste einmal mehr um die angeblich militaristische Ausrichtung des Museums - ein Vorwurf, den Peter Tamm am Dienstag in einem Namensartikel im Abendblatt zurückgewiesen und auf die ihm zugesagte Richtlinienkompetenz bei der Gestaltung des Mueumsinnern verwiesen hatte.

Luisa Fiedler (SPD) richtete an Nikolov die Frage, ob und warum in der Marineabteilung des Museums auch der Marschallstab "des verurteilten Kriegsverbrechers" Dönitz gezeigt werde. Außerdem wollte sie wissen, wie mit Themen wie Zwangsarbeit umgegangen werde - Fragen, für die sie von einzelnen Zuhörern Applaus bekam. Russalka Nikolov sagte dazu: "Natürlich werden auch Hakenkreuze gezeigt, wir werden nichts unterschlagen, sonst würden wir uns ja angreifbar machen." Das alles sei eine Frage der richtigen Präsentation, es werde nichts "verherrlicht". Ob und wie der besagte Marschallstab gezeigt werde, sei noch nicht klar.

Prof. Lisa Kosok, Direktorin des Museums der Arbeit und im Beirat des neuen Museums engagiert, sagte, das Haus werde in diesem Bereich definitiv "aufklärend" wirken. "Solche Exponate könnten auch Gestrige anziehen", so Kosok, "aber das kann man nicht einem Museum anlasten." Auf Nachfrage von Dietrich Rusche (CDU) wollte Nikolov nicht beziffern, wie hoch der Anteil an Militaria unter den Exponaten sein wird.schmoo