Einsparungen: Auch das Weihnachtsgeld für Angestellte wird um 50 Prozent gekürzt.
Den Pastoren, Diakonen, Küstern und Gemeindeerziehern geht es ans Portemonnaie: Weil die Kirchen in einer dramatischen Finanzkrise stecken, hat Bischöfin Maria Jepsen (59) für alle etwa 25 000 Angestellten und für sämtliche Pastoren der Nordelbischen Kirche in diesem Jahr die Urlaubsgelder gestrichen. Das Weihnachtsgeld für die Angestellten wird um 50 Prozent gekürzt, die Pastoren erhalten 60 Prozent der bisherigen Sonderzahlungen zum heiligen Fest.
Jepsen verkündete den Entschluss auf der Synode, die gestern in Rendsburg begann. Die Reaktionen reichen von Sorge bis Verständnis. "Ich halte eine Kürzung für angemessen", sagt Helge Adolphsen (63), Hauptpastor am Michel. "Es ist notwendig, Einsparungen vorzunehmen - und die müssen von allen getragen werden." Alles müsse auf den Prüfstand. So könnten Verwaltungskosten durch das Zusammenlegen von Kirchenkreisen gespart werden. Wichtig ist Adolphsen die Zweckbestimmung des eingesparten Geldes: "Die Kürzungen bei Pastoren sollten dazu verwendet werden, den Nachwuchs in die Kirche zu holen", so der Hauptpastor.
"Es ist offensichtlich, dass gespart werden muss", sagt auch der Hauptpastor von St. Petri, Christoph Störmer (53). "Jedoch muss das Prinzip lauten, bei den oberen Gehaltsgruppen zu beginnen, um das Solidaritätsverhältnis zu erhalten." So sollten zuerst Bischöfe, Hauptpastoren und Pröpste Ziel der Sparmaßnahmen werden und die unteren Gehaltsgruppen vielleicht komplett rausgenommen werden. "Für unsere Mitarbeiter wird das ganz hart, einige wird es an die Grenze der finanziellen Möglichkeiten bringen", sagt Ferdinand Ahuis, Hauptpastor von St. Nikolai. Doch auf Grund der Finanzlage sehe auch er keinen anderen Weg: "Es hätte noch schlimmer kommen können." Hauptaufgabe müsse es nun sein, an der Basis zu arbeiten. "Wir müssen Mitglieder halten - und alles dafür tun, neue zu bekommen."
Auch im katholischen Erzbistum Hamburg hat es bereits Gehaltskürzungen gegeben. Sprecher Manfred Nielen (45): "Wir haben andere Tarifsysteme. Doch auch der Priesterrat hat beschlossen, das Weihnachtsgeld für 2004 auf 60 Prozent zu reduzieren. Die Personalkosten sind einfach der mit Abstand größte Posten."











