City Hamburg: 700 Bambule-Protestler hielten sich nicht an vereinbarte Route - randalierten, vertrieben Kunden
Hamburg. Die Bambule-Demonstranten haben ihre Proteste bisher damit gerechtfertigt, sich für andere Lebensformen wie Bauwagenplätze einsetzen zu wollen. Am letzten verkaufsoffenen Sonnabend vor Weihnachten aber zeigten sie, dass es ihnen vor allem um Krawall geht. Rund 700 Chaoten verdarben Kunden in der City den Einkauf. Sie versuchten, Kaufhäuser zu stürmen, trieben Kunden aus den Geschäften und legten den Verkehr lahm. Viele Hamburger hatten sich aus Angst vor Gewalt erst gar nicht in die Stadt gewagt.
Die Polizei machte - mit der Absicht zu deeskalieren - - einen Fehler: Sie ließ sich auf Verhandlungen mit Demonstranten ein, die sie zuvor an der Mönckebergstraße eingekesselt hatte. Denn das Oberverwaltungsgericht hatte die Protestroute in der City verboten. Doch die Einsatzleitung entließ rund 500 Bambulisten wieder aus dem Kessel, weil sie versprochen hatten, sich an die vorgeschriebene Route über Steinstraße und Ost-West-Straße zu halten. Danach durchbrachen die Demonstranten Polizeiketten und stürmten Geschäfte.
Die Protestler hatten schon von vornherein im Internet angekündigt, dass sie sich nicht an Verbote halten wollten: "Einzelhandel, aus der Traum - Bambule unterm Weihnachtsbaum", lautete ihr Motto. Und: "Wir wollen . . . Protest . . . dort, wo wir es für richtig halten." Den ganzen Sonnabend sendete Radio FSK (Freies Sender Komitee) Aufrufe an die Bambulisten, sich an der Mönckebergstraße zu treffen - obwohl die Verantwortlichen wussten, dass dies verboten worden war.
Die mehr als 1700 eingesetzten Polizisten und Kleingruppen von Demonstranten lieferten sich ein Katz- und Maus-Spiel - an der "Mö", auf dem Jungfernstieg und in den Einkaufspassagen.
Christa H. (53) aus Harvestehude: "Es war unmöglich, im Hanseviertel einzukaufen. Demonstranten rempelten mich an und pöbelten." Rollstuhlfahrer Bernd B. (48) aus Sasel: "Meine Frau musste mich über die gesamte Mönckebergstraße schieben, weil keine Busse fahren konnten."
Immerhin konnte die Polizei verhindern, dass wie bei der Bambule 2002 ganze Kaufhäuser besetzt wurden. 109 Demonstranten kamen in Gewahrsam, sieben wurden vorläufig festgenommen. Zwei Polizisten wurden verletzt.
"Es ist nicht optimal gelaufen", räumte Polizeisprecher Reinhard Fallak ein. "Wir haben uns bei den Verhandlungen täuschen lassen. Wir werden uns in Zukunft nicht auf Verhandlungsergebnisse verlassen und härter und konsequenter durchgreifen!"











