Die Hamburger Schülerproteste gegen den Irak-Krieg, die in der großen Demon-stration am Montag gipfelten - inwieweit werden sie von linksextremen Gruppen beeinflusst? Nach Abendblatt-Recherchen wird nicht nur die bundesweit von Berlin aus gesteuerte Arbeit des Demo-Organisators "Jugend gegen Krieg" von der "Sozialistischen Alternative Voran" (SAV) mitgesteuert (wir berichteten). Auch in Hamburg gibt es erstaunliche Zusammenhänge. So ist etwa Lucy Redler (23), die unter anderem als Sprecherin für "Jugend gegen Krieg" auftritt, zugleich Funktionärin der SAV: Die Studentin trat zuletzt in Altona als Bundestagskandidatin für die linksextreme Partei an. Sie räumte ein, dass die SAV zu den Gründungsgruppen der "Jugend gegen Krieg" gehöre und einige SAV-Mitglieder jetzt bei "Jugend gegen Krieg" mitentschieden: "Wir sind aber nicht die Mehrheit." Die SAV ist nach eigenem Statut eine "revolutionäre, sozialistische Partei, die sich in der Tradition von Marx versteht". Das Ziel sei die Abschaffung des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der Aufbau einer sozialistischen Demokratie: "Die SAV will eine revolutionär-sozialistische Massenpartei aufbauen." "Wir beobachten die SAV", sagt der Hamburger Verfassungsschützer Manfred Murck (53). Die trotzkistische Vereinigung sei dafür bekannt, sich in andere Organisationen sozusagen einzunisten. "Wir haben das bei Gewerkschaften erlebt und zuletzt bei Attac und "Jugend gegen Krieg". Auch der Staatsschutz des Landeskriminalamts prüft derzeit, inwieweit die SAV oder andere Gruppen Einfluss über "Jugend gegen Krieg" auf die Schülerproteste nehmen: "Es wäre möglich, dass sie dort ihren Nachwuchs suchen", so ein Beamter. Laut Hamburger Verfassungsschutzbericht hat die SAV zumindest Kontakte zu gewaltbereiten linken Autonomen. Auch in Berichten anderer Bundesländer taucht die Gruppierung auf. Verfassungsschützer Murck schränkte aber ein: "Als Steinewerfer sind solche Organisationen uns noch nicht aufgefallen."cd/jel