Im Streit um die Verpachtung des Cafe Seeterrassen an die Scientology-Organisation hat das Landgericht dem Bezirksamt Mitte eine Abfuhr erteilt. Das Bezirksamt hatte dem Betreiber des Cafes den Pachtvertrag fristlos gekündigt, nachdem dieser das Lokal im Park Planten un Blomen zweimal für Scientology-Veranstaltungen zur Verfügung gestellt hatte. Der Betreiber darf das Cafe nun wie bisher weiter führen.

Nach mehreren Abmahnungen hatte das Bezirksamt dem Cafe-Pächter Felix Thiede (30) eine Räumungsklage zukommen lassen. Am 12. Juli 2002 war eine Scientology-Schau im Cafe Seetarrassen abgebrochen worden. Weil Thiede mit der Verpachtung an die angebliche Kirche dem Ansehen des Parks schade, so argumentierten die Bezirks-Verantwortlichen, müsse der Pachtvertrag aufgelöst werden. Ein Passus im Pachtvertrag erlaubt die Beendigung des Vertragsverhältnisses, wenn der Park oder sein Image in Mitleidenschaft gezogen würden. Thiede: "Ich hatte an Scientology vermietet, weil die Leute lediglich drinnen waren. Das Außengelände haben sie nicht genutzt. Deshalb hielt ich die Vermietung an Scientology nicht für so dramatisch." Er selbst, so Thiede, habe mit der Sekte rein gar nichts am Hut. "Ich habe noch im Leben kein Buch des Sektengründers oder Ähnliches gelesen", so der Cafe-Chef.

Trotz des für ihn positiven Urteils sieht Felix Thiede unruhigen Zeiten entgegen: "Das Bezirksamt will uns offenbar so oder so aus dem Cafe heraushaben. Wir müssen nun doppelt aufpassen, dass sämtliche Veranstaltungen absolut reibungslos laufen." An Scientologen, so Thiede, werde er jedenfalls ganz bestimmt nicht noch einmal vermieten.jel