16 Jahre hatte niemand diese Tür geöffnet. Dann betraten Bezirksamtsleiter Markus Schreiber und Ströer-Chef Jan Kleeberg die berühmte Litfaßsäule...
16 Jahre hatte niemand diese Tür geöffnet. Dann betraten Bezirksamtsleiter Markus Schreiber und Ströer-Chef Jan Kleeberg die berühmte Litfaßsäule auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz an der Langen Reihe, aus der heraus früher Blumen verkauft wurden. In einem Eimer fanden sie vertrocknete Blumen. Und: Kittel, Wechselgeld, Sonnenschirm, Preisschilder sowie eine "Morgenpost" vom 25. November 1992.
In einem Jahr könnte hier wieder ein Blumenladen eröffnen. So lange will die Außenwerber-Firma Ströer noch warten. Zunächst einmal wird die Litfaßsäule an die Geschichtswerkstatt und den Bürgerverein von St. Georg übergeben. "Es ist dann die erste und einzige Stadtteilsäule in Hamburg", sagt Markus Schreiber. "Für die Instandhaltung sind dann die beiden Vereine zuständig. Sie können die Säule auch mit Plakaten bekleben", erklärt Kleeberg. Die Stadtteilesäule gehört zu den "Stadtmöbeln": 1300 der alten Litfaßsäulen werden abgerissen und durch "City-Light-Säulen" ersetzt. Daneben soll es noch 500 sogenannter "Kultursäulen" geben.
Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es viele "Blumenröhren". Bekannt war die Blumenverkäuferin Marianne Blask; sie verkaufte seit 1947 hier in dem "Stück kreisrunder Gemütlichkeit" meist Chrysanthemen. Hans Albers kam hier gern auf einen Klönschnack vorbei. Als Marianne Blask aus Altersgründen aufgab, übernahm ein Mann aus Jugoslawien das Blumengeschäft. Als die Außenwerbung kündigen wollte, drohte der Mann, die Litfaßsäule in die Luft zu sprengen. Daraufhin schloss man die Tür zu. Dahinter findet sich heute noch der komplette Blumenladen.












