Das Abendblatt stellt exklusiv die Konzepte der Bewerber für die 4300 Quadratmeter große Anlage vor.

Wellenreiten wie hier auf Borkum könnte bald auch in Planten un Blomen möglich sein.

Wellenreiten wie hier auf Borkum könnte bald auch in Planten un Blomen möglich sein.
Foto: dpa

Wird aus der Eisbahn Große Wallanlagen in Planten un Blomen demnächst eine Tauchstation und ein Paradies für Wellenreiter? Möglich, wenn es nach den Plänen von Bäderland geht. Das Unternehmen gehört zu den Bewerbern bei einem europaweiten Investorenwettbewerb, den die Stadt Hamburg als Eigentümer der Anlage ausgeschrieben hat. Von ursprünglich sieben Bewerbern sind noch drei im Rennen. Deren Pläne liegen dem Abendblatt exklusiv vor.

Der Hintergrund: Jahrelang gab es ein Hin und Her darüber, wie die 4300 Quadratmeter große, teils marode Anlage und das angrenzende Parkcafe künftig genutzt werden sollen. Teile der Anlage stehen unter Denkmalschutz. Immer wieder hatte die Stadt dem Pächter, der die Anlage seit der Eröffnung 1971 betrieb, gekündigt - um den Vertrag dann doch wieder zu verlängern. Im Juni 2008 hieß es dann schließlich doch: "Zukunftskonzepte gesucht!" (wir berichteten). Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Mitte: "Wir brauchen jetzt zukunftsträchtige Konzepte, deren Finanzierung und Umsetzung wir prüfen müssen." Doch was heißt das konkret? "Keine Sorge", sagt Schreiber. "Eisbahn bleibt Eisbahn."

Es gibt jedoch spektakuläre Ergänzungen. Die Visionen im Einzelnen: Das Architekturbüro Czerner Göttsch hat im Auftrag von Bäderland einen Sportpark entworfen. "Neben einer Surf - und Tauchanlage wird eine 200 Meter große Eisfläche in Ovalform das Herzstück der Anlage bleiben", sagt Klauspeter Schelm, Bäderland-Geschäftsführer. Konkret geplant ist ein zehn Meter hoher "Tauchturm", durch dessen Glaswände die Besucher die Hobbytaucher beobachten können. Zudem soll Wellenreiten möglich sein, auf dem sogenannten Flow Rider, einer Gegenstromanlage, wie es sie auf der Insel Borkum gibt.

Investor Patrick Kharadi hingegen träumt von einem ausgefallenen Luftkissendach über der Eisfläche, die er weitestgehend in der bestehenden Größe erhalten will. "Die warme Luft steigt in die Kissen auf und wird dort gespeichert. Das spart viel Energie", sagt der zuständige Architekt Andreas Bracht.

Den dritten Vorschlag hat das Architekturbüro Pook Leiska Partner eingereicht: "Wir schaffen eine Attraktion mitten in Hamburg und machen die Eisbahn im Sommer zum Klettergarten", erläutert Architekt Paul Schüler für das Architektenbüro Pook Leiska Partner. Der derzeitige Geschäftsführer der Anlage, Olaf Rehwinkel: "Ich bin gespannt, welcher Vorschlag sich durchsetzt und wie die Eisbahn künftig aussieht."

Frühestens im kommenden Jahr wird der bis dahin gekürte Siegervorschlag umgesetzt. Deshalb können die Hamburger in dieser Saison wie in den vergangenen 37 Jahren noch eislaufen wie bisher. Jedes Jahr drehen zwischen November und März mehr als 100 000 Besucher dort ihre Runden. Am Sonnabend, 8. November, wird die Saison eröffnet - die letzte, bevor die großen Veränderungen kommen.