Schnelles Aus für einen bei Rechtsextremen beliebten „Thor Steinar“-Laden in der Hamburger Innenstadt: Nur gut zwei Wochen nach der Eröffnung hat sich die HSH Nordbank mit ihrem Mieter außergerichtlich auf den Auszug des umstrittenen Geschäfts geeinigt.

Thor Steinar-Geschäfte stießen auch schon in anderen Städten auf massive Proteste
Foto: DDP
Wegen der "prekären Sicherheitslage in der Umgebung des Ladengeschäfts in der HSH Nordbank Shopping Passage" werde der Mietvertrag aufgehoben, sagte ein Banksprecher am Freitag. Der Laden werde spätestens zum 31. Oktober schließen. Das Geschäft konnte Ende September wegen heftiger Proteste aus der linken Szene nur unter Polizeischutz eröffnet werden. Auch danach gab es Demonstrationen.
Eine "Auszugsprämie" habe die HSH Nordbank nicht gezahlt, betonte der Sprecher. "Wir haben dem Mieter lediglich die ihm entstandenen Kosten ersetzt." Über Einzelheiten der Vereinbarung, die am Freitagmorgen unterzeichnet wurde, hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die HSH Nordbank fühlte sich von ihrem Mieter "arglistig getäuscht". Er war nach Angaben des Sprechers unter dem Namen "Protex - funktionale Sport- und Outdoor-Bekleidung" aufgetreten. Erst eine halbe Stunde vor der Eröffnung des Ladens habe die Bank erfahren, dass sich dahinter die Marke "Thor Steinar" verbirgt. Der Chef des Ladens dementierte diese Aussagen.
Auch in anderen Städten gab es bereits Proteste gegen "Thor Steinar"-Geschäfte - etwa in Leipzig und Berlin. Vor dem Landgericht Leipzig wird ein Urteil zu einer Räumungsklage gegen den Betreiber des dortigen Ladens erwartet. Über einen ähnlichen Fall in Magdeburg will das Oberlandesgericht in Sachsen-Anhalt entscheiden. Die Marke "Thor Steinar" wird von der Firma Mediatex aus Brandenburg vertrieben. Das Tragen der in der Naziszene beliebten Kleidung ist im Bundestag und in einigen Fußballstadien verboten.












