Bunte Spruchbänder statt des gefürchteten schwarzen Blocks: Friedlich und weitgehend ohne Zwischenfälle demonstrierten rund 750 Teilnehmer des...
Bunte Spruchbänder statt des gefürchteten schwarzen Blocks: Friedlich und weitgehend ohne Zwischenfälle demonstrierten rund 750 Teilnehmer des Klima- und Antirassismus-Camps sowie zahlreiche Initiativen am Sonnabend in der Innenstadt. Auf dem Campgelände in Lurup trafen im Verlauf des Wochenendes rund 800 Aktivisten ein. Auch hier: friedliche Stimmung. Auf einer Hundewiese übten die jungen Camp-Teilnehmer schon einmal Sitzblockaden und Zäune-Klettern: Verhaltensmuster für die geplante Besetzung der Vattenfall-Baustelle in Moorburg am kommenden Sonnabend.
Klima-Camper blockieren Aldi-Filiale
Die Kleingärtner am Rande des Klima- und Anti-Rassismus-Camps am Vorhornweg haben sich mit den jungen Kurzzeit-Nachbarn bereits angefreundet: "Es ist doch toll, wenn junge Leute sich so engagieren. Das sollten viel mehr Menschen tun", sagt eine Gärtnerin. Die Nacht sei ruhig gewesen, nach anfänglicher Skepsis freue man sich nun über die zeltenden Aktivisten nebenan.
Klima-Aktivist Tadzio Müller erklärt die Beweggründe für das Lager in Lurup: Klimaschutz ist nicht mit, sondern nur gegen Regierungen möglich, weil Regierungen die Wirtschaft schützen." Hamburg sei als Standort aus zwei Gründen ausgewählt worden: wegen des Kohlekraftwerk-Neubaus in Moorburg und weil die Hamburger Ausländerbehörde europaweit führend bei der Organisation von Sammelabschiebungen sei.
Am Sonntagnachmittag brachen einige Camp-Teilnehmer auf Fahrrädern in die City auf, um Autofahrer zum Umsteigen zu animieren. Die Polizei versuchte, die wild über die Straßen radelnden Aktivisten im Zaum zu halten. Auf dem Luruper Zeltplatz, auf dem Strom aus Solaranlagen gewonnen und nur veganes Essen ausgegeben wird, trafen sich die Teilnehmer am Sonntag zu zahlreichen Workshops, ließen sich unter anderem von dem kongolesischen Bauern Victor Nzuzi-Mbembe über die Probleme aufklären, die der Klimawandel in seinem Heimatland hervorruft. Im Stadtpark nahmen "Klima-Camper" an einem "Antirassistischen Fußballturnier" teil. Hauptprogrammpunkte des Camps: eine Aktion am Flughafen und die Baustellenbesetzung in Moorburg. Ein Aktivist: "Ziviler Ungehorsam basiert auf Regelübertritten. Deshalb werden wir die Baustelle betreten, auch wenn's verboten ist.
Heute planen die Camp-Teilnehmer in der City eine "Schnitzeljagd". Nachmittags soll ein Supermarkt besetzt werden, um auf ausbeuterische Produktionsbedingungen und niedrige Löhne dort beschäftigter Mitarbeiter hinzuweisen.












