16.06.08

Demonstration: ADFC-Sternfahrt zum Dammtor-Bahnhof

10 000 für bessere Fahrrad-Politik

Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) will Anteil der Radfahrer am Verkehr auf mindestens 18 Prozent verdoppeln. Neues Leihfahrradsystem angekündigt.

Von Axel Tiedemann
Foto: Ingo Röhrbein
Im Regenschauer fuhren Tausende Sternfahrt-Teilnehmer über die Köhlbrandbrücke. Im Hintergrund: der Containerterminal von Eurogate auf Waltershof.

Der Fahrradverkehr in Hamburg soll in den kommenden Jahren deutlich gesteigert werden. "Wir wollen diesen Anteil auf mindestens 18 Prozent verdoppeln", kündigte gestern Hamburgs neue Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) zum Abschluss einer hamburgweiten Fahrrad-Demonstration an. Mehr als 10 000 Radfahrer waren dazu gestern Vormittag nach Angaben der Veranstalter an 60 unterschiedlichen Punkten in der Stadt und dem Umland gestartet, um für eine bessere Fahrradpolitik in Hamburg zu demonstrieren. Ziel war die Moorweide am Dammtor.

Kurzfristig mussten dazu etliche Straßen in der Innenstadt gesperrt werden. Und auch über die Köhlbrandbrücke führten mehrere Strecken der Sternfahrt. Größere Stauprobleme gab es laut Polizei jedoch nicht.

Bei der Abschlusskundgebung versprach die Senatorin eine deutliche Steigerung bei Personalausstattung und Finanzen, um Radwege künftig besser ausbauen und instand setzen zu können. Zudem verwies sie auf den Koalitionsvertrag mit der CDU. In dem Papier haben sich die beiden Hamburger Regierungsfraktionen auf verschiedene Maßnahmen zum Ausbau des Fahrradverkehrs in der Stadt geeinigt: So soll beispielsweise ein neues Leihfahrradsystem eingeführt werden. Vorbild könnte dazu Paris sein: In der französischen Hauptstadt stehen seit Juli 2007 an 750 Stationen rund 10 000 Fahrräder bereit. Pro Tag kostet die Miete lediglich einen Euro. Zudem will die CDU-GAL-Koalition die Mitnahmemöglichkeit im HVV verbessern. Die Fahrrad-Sperrzeiten in Bussen und Bahnen am Nachmittag sollen dazu probeweise für ein Jahr aufgehoben werden.

Der Vizevorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hamburg, Uwe Jancke, begrüßte gestern die Ankündigungen der Senatorin. Jancke verwies jedoch darauf, dass es 20 Jahre dauern und gut 100 Millionen Euro kosten würde, um das gesamte, rund 1700 Kilometer lange Radwegenetz in Hamburg zu sanieren. Besser wäre daher eine Verkleinerung des Radwegenetzes. "Dafür müssten dann Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen eingeführt werden", so Jancke. Das sei wesentlich kostengünstiger und würde schneller eine Verbesserung für Radfahrer bringen.

Die vom ADFC veranstalteten Hamburger Sternfahrten gibt es bereits seit einigen Jahren. Hintergrund: Bei einem bundesweiten Test hatte der ADFC die deutschen Großstädte mit mehr als 200 000 Einwohnern auf ihre Fahrradfreundlichkeit hin untersucht. Hamburg war dabei auf dem letzten Platz gelandet.

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