Immer wieder hallten Sprechchöre durch Planten un Blomen. "Nazis raus, Nazis raus!", skandierten Hunderte Demonstranten, viele ganz in Schwarz gekleidet. Aber zu den befürchteten Auseinandersetzungen auf dem Messegelände kam es nicht. Mehr als tausend Polizisten aus Hamburg und Schleswig-Holstein sicherten die Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen DVU im Saal 6 des Congress Centers Hamburg (CCH), während rund 600 Demonstranten im Park und vor dem Kriegsdenkmal am Dammtordamm gegen die Versammlung protestierten. Die Organisatoren der Demonstration hatten mit 1500 Besuchern gerechnet. Es gab lediglich kleinere Zwischenfälle.
Fünf Demonstranten, die sich nach 14 Uhr in den öffentlichen Teil der DVU-Veranstaltung geschlichen hatten, wurden vom Sicherheitsdienst des Gebäudes verwiesen, weil sie die Veranstaltung gestört hatten. Im Laufe des Nachmittags fanden Polizisten einen Molotow-Cocktail in einem Gebüsch. Und als mehrere Busse die rund 320 Rechtsextremen nach der Veranstaltung in Richtung Autobahn fuhren, versuchten einige Vermummte, den von der Polizei begleiteten Konvoi für kurze Zeit am Johannes-Brahms-Platz zu stoppen. Die meisten Demonstranten protestierten jedoch mit ausschließlich schlagkräftigen Argumenten. Auf der vom Hamburger Bündnis gegen Rechts organisierten Kundgebung sprachen unter anderem Antje Möller (GAL) und Christiane Schneider (Linke).
"Wir sind froh, dass heute alles friedlich verlaufen ist", sagte Karsten Broockmann, Sprecher der Messe Hamburg. Das CCH-Management hatte sich zunächst dagegen gewehrt, die DVU-Veranstaltung abzuhalten. Zum gewünschten Termin stehe kein Saal zur Verfügung, hatte man der Partei mitgeteilt. Doch die DVU klagte gegen das Congress Center und bekam vor dem Oberverwaltungsgericht recht.
"Eine Katastrophe" war der Nachmittag hingegen für Klaus Enghusen aus Lokstedt und die anderen Aussteller der traditionellen Puppenbörse in Saal 4 des CCH, von der DVU-Veranstaltung nur durch eine 2,5 Meter hohe Absperrwand getrennt. Sie machten kaum Umsatz. Anstelle der erwarteten 1500 Besucher kamen weniger als 500.












