Ein Hamburger Polizist, Beamter im Streifendienst in Barmbek, steht im Verdacht, eine Frau in seiner Wohnung zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Eine andere Frau soll der 29-jährige Kamiar M. in einem Supermarkt "auf sexueller Basis" beleidigt haben. Kamiar M. wurde im Polizeipräsidium vorläufig festgenommen. Er stand schon einmal wegen des Verdachts der Vergewaltigung vor Gericht. Doch damals wurde er freigesprochen.

Lachend hatte Kamiar M. im Februar 2006 den Gerichtssaal verlassen. Das Gericht hatte ihn freigesprochen, weil die Zeugin, die zunächst ausgesagt hatte, sie sei von dem Beamten in dessen Rissener Wohnung gewürgt und schwer missbraucht worden, sich in Widersprüche verstrickt hatte. M., war vorübergehend vom Dienst suspendiert worden.

Nun erneut zwei Fälle, in denen Frauen sich von M. sexuell belästigt fühlen. Im Falle der Nötigung zeigte eine Bekannte (29) den 29-Jährigen an. Sie sagte den Ermittlern des Landeskriminalamtes, M. habe sie in der Nacht zum 11. September in seiner Wohnung gegen ihren Willen geküsst und angefasst. Dann habe er sie gewürgt und dabei onaniert.

Bereits am 4. September hatte eine 40-Jährige den Polizisten angezeigt: Sie sei von ihm in einem Supermarkt sexuell bedrängt worden.

Der Freispruch im Vergewaltigungsprozess war auch deshalb ausgesprochen worden, weil M. einen Brief seiner Ex-Freundin präsentiert hatte. Darin schilderte sie, wie sie M. am Tag der vermeintlichen Tat flirtend in M.s Wohnung gehen sah. Die Frau, die die Vergewaltigung angezeigt hatte, sagte dagegen aus, sie sei in die Wohnung gezerrt worden. Ihre Aussage wies in der Folge einige Ungereimtheiten auf, sodass das Gericht es zuletzt nicht ausschließen konnte, dass die zur Tatzeit 34-Jährige sich die Vergewaltigung ausgedacht und der Sexualkontakt einvernehmlich stattgefunden haben könnte.jel