Wieder werden Nahrungsmittel teurer: Nach Butter und Milch sollen die Preise für Tafeläpfel und Apfelsaft jetzt ebenfalls steigen. Einzelne Lebensmittelketten hätten bereits den bisherigen Einheitspreis von 1,99 Euro pro Kilogramm Äpfel auf 2,29 Euro erhöht, sagte ein Sprecher der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP). Auch Matthias Görgens von der Obstversuchsanstalt Jork bestätigt: "Die Verbraucher müssen sich auf höhere Preise einstellen." Wie hoch die Differenz sein wird, könne er erst in zwei bis drei Wochen sagen.

Hintergrund: In Mittel- und Osteuropa gibt es in diesem Jahr aufgrund der schlechten Witterung bis zu 45 Prozent Ernteausfall bei Äpfeln. Allein in Polen - wo überwiegend Mostäpfel für die Saftproduktion angebaut werden - rechnen die Obstbauern mit 1,3 Millionen Tonnen weniger Äpfeln als im Vorjahr. Diese Regionen zählen jedoch zu den Hauptlieferanten deutscher Fruchtsafthersteller, die nun auf deutsche Apfellieferanten ausweichen müssen. Durch die schlechte Ernte steigt zudem der Export deutscher Äpfel nach Mittel- und Osteuropa - so auch aus dem Alten Land. Die Obstbauern in Deutschlands größtem Apfelanbaugebiet an der Unterelbe erwarten eine gute Ernte mit etwa 300 000 Tonnen Äpfeln, sagt Jens Anderson von der Erzeugergemeinschaft Elbe-Obst in Stade. Vor wenigen Tagen seien die ersten Äpfel gepflückt worden - mit vielversprechendem Ergebnis: "Kühle Nächte und warme Tage haben für die gute Ernte in unserer Region gesorgt."

Einen drastischen Anstieg wie zuletzt bei Milch und Butter werde es aber nicht geben. Tafeläpfel würden einige Cent teurer - wie schon in den Jahren zuvor. "Die Preise steigen stetig an", sagt Görgens. "Und sie werden wieder sinken."

Obstbauer Hein Lühs freut sich über die Entwicklung. Vor 60 Jahren seien die Preise für Äpfel höher gewesen als heute: "Da tut es gut, mal ein wenig mehr Geld für die eigene Arbeit zu bekommen." Derzeit erhalten Deutschlands Obstbauern durchschnittlich 31 Cent für ein Kilogramm Tafeläpfel der Handelsklasse I.tge