Klinik-Geschäftsführer Elmar Willebrand weist Kritik zurück. Verunsicherung der Mitarbeiter sei auch Folge "politisch motivierter Unterstellungen".
Die Fronten zwischen der Gewerkschaft Ver.di und dem Krankenhausunternehmen Asklepios Kliniken GmbH verhärten sich weiter. Angesichts der stark steigenden Anzahl von Rückkehrwilligen - also derjenigen, die das Klinikunternehmen verlassen wollen, um wieder bei der Stadt beschäftigt zu sein - hat Ver.di jetzt einen "Brandbrief" an alle Bürgerschaftsabgeordneten verschickt. Nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Katharina Ries-Heidtke habe sich die Zahl der Rückkehrer knapp zwei Wochen vor Ablauf der Anmeldefrist mittlerweile auf 900 erhöht.
In dem Schreiben heißt es nun unter anderem, dass ein "Leerlaufen" des ganzen Unternehmens befürchtet werde. Nach Einschätzung des Betriebsrats könne die starke Rückkehrerwelle eine Sogwirkung entwickeln. Folge: Auch diejenigen rund 4200 Mitarbeiter, denen kein Rückkehrrecht zusteht, könnten nach Alternativen auf dem Arbeitsmarkt suchen. Nach Berechnungen von Ver.di würden 1000 Rückkehrer die Stadt rund 50 Millionen Euro pro Jahr kosten. In dem Brief appellieren die Gewerkschafter an die Bürgerschaftsabgeordneten unter anderem: "Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und mischen Sie sich ein. Nehmen Sie Einfluss auf die Asklepios Kliniken GmbH."
Geschäftsführer Elmar Willebrand wies die Vorhaltungen zurück. "Die Verunsicherung vieler Mitarbeiter ist nicht zuletzt die Folge politisch motivierter Unterstellungen diverser Interessengruppen", so Willebrand, "deren Behauptungen halten den Fakten aber nicht stand." Tatsächlich sei die medizinische Versorgung in den Asklepios-Kliniken seit der Privatisierung vor zwei Jahren besser geworden. Willebrand: "Das beweist die Hamburger Bevölkerung, die mit den Füßen zugunsten von Asklepios abstimmt. Im vergangenen Jahr sind in den Asklepios-Häusern die Fallzahlen um 4,7 Prozent gestiegen. Damit wachsen die Asklepios-Einrichtungen in der Hansestadt drei- bis viermal so schnell wie alle anderen Hamburger Krankenhäuser."
Im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am kommenden Montag soll das Thema Rückkehrer noch einmal zur Sprache kommen.
Aber auch um den Tarifvertrag zwischen dem Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft Ver.di gibt es weiterhin Krach. Der Vertrag soll zwar, wie berichtet, heute unterschrieben werden. Allerdings kritisiert Katharina Ries-Heidtke, dass der Vertragsentwurf der Arbeitnehmerseite immer noch nicht vorgelegt worden sei. "Es ist absolut unüblich, damit bis zum Tag der Unterschrift zu warten", so Ries-Heidtke. Asklepios-Sprecher Rudi Schmidt konterte. Es sei von Asklepios bereits vorab angekündigt worden, dass der Entwurf nicht vorzeitig herausgegeben werde. "Wir hatten uns darauf verständigt", so Schmidt, "das ist Ver.di auch bekannt." Schmidt ist indes "ganz sicher", dass heute unterschrieben wird.











