Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz hat bei Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern mit einem als "Maulkorb-Erlass" kritisierten Rundschreiben für Empörung gesorgt. In dem Brief, der dem Abendblatt vorliegt, fordert sie die Angehörigen der Universität dazu auf, Anfragen von Journalisten nur noch in Abstimmung mit der Pressestelle zu beantworten.
In der Vergangenheit sei es immer wieder vorgekommen, dass Mitglieder der Fakultäten eigenständig Stellungnahmen gerade auch zu hochschulpolitischen Themen abgegeben hätten, ohne die Pressestelle zu kontaktieren. Dies sei "leider kontraproduktiv" im Hinblick auf eine "einheitliche und professionelle Darstellung nach außen". Beispielhaft nennt Auweter Themen wie die Einführung der Verwaltungssoftware Stine, Studiengebühren und die Diskussion um Zulassungsbeschränkungen, über die auch das Abendblatt berichtet hatte.
Auweter will nun, dass die Pressestelle "den Hintergrund der Anfragen vorklärt", um die Professoren "vor unseriösem Journalismus oder tendenziösen Anfragen so weit wie möglich zu schützen". Deshalb sollten sie grundsätzlich gar nicht auf Fragen zu hochschulpolitischen Themen antworten, sondern immer auf die Zuständigkeit der Pressestelle verweisen. Der Medienwissenschafts-Professor Knut Hickethier kündigt bereits an: "Wenn ich öffentlich etwas zu sagen habe, werde ich das auch weiterhin tun." Organisatorische Fragen seien von wissenschaftlichen Problemen nicht zu trennen. Auch Wolfgang Beuß (CDU) sieht den Vorstoß kritisch: "Das könnte ein Angriff auf die Freiheit von Forschung und Lehre sein." Die Präsidentin wäre gut beraten, das Thema noch einmal zu diskutieren. Klaus Bullan (GEW) sagte, Auweter lege "ihren Untergebenen aus Angst vor Kritik den Maulkorb an". Uni-Sprecherin Birgit Kruse betonte hingegen, die Präsidentin habe mit diesem internen Schreiben lediglich einen "Vorschlag zur Optimierung von Abläufen" unterbreitet.











