Der designierte Spitzenkandidat der Hamburger SPD, Michael Naumann, hat sich erstmals gegen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ausgesprochen. "Tschernobyl ist nicht vergessen", sagte er in einer Sendung am Mittwochabend auf NDR 90,3.
Naumann bezeichnete es als "leichtfertig", die Laufzeiten um fünf Jahre verlängern zu wollen. Damit positionierte er sich klar gegen Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Am Montag hatte von Beust, wie berichtet, die Laufzeitverlängerung vorgeschlagen und angeregt, die daraus erwirtschafteten Gewinne zur Hälfte in den Klimaschutz zu investieren.
Auf die Frage, ob er der SPD auch als Oppositionsführer zur Verfügung stehe, sagte Naumann: "Ich stelle mich als SPD-Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl zur Verfügung, um nichts anderes zu wollen als zu gewinnen. Mit anderen Szenarien beschäftige ich mich nicht. Selbstverständlich und völlig unabhängig von der Wahl ist, dass ich meiner Partei über den Wahltag hinaus mit Rat und Tat zur Seite stehen werde."
Zum Thema Studiengebühren sagte der Mit-Herausgeber der "Zeit" und frühere Kulturstaatsminister, er sehe kein Riesenproblem darin, gewisse Gebühren zu erheben. Unter anderem auch, "um den sogenannten Langzeitstudenten das Langzeitstudium von 20 Semestern Slawistik auszutreiben". Zugleich müsse es jedoch Möglichkeiten geben, auch denjenigen ein Studium zu ermöglichen, die sich dieses nicht leisten könnten. Im Zusammenhang mit der Elbphilharmonie erneuerte Naumann seine Kritik an den seiner Ansicht nach nicht ausreichend kalkulierten Betriebskosten des Konzerthauses. Die Frage nach möglichen Koalitionspartnern ließ der vorgeschlagene SPD-Spitzenkandidat unbeantwortet.











