Zuerst wusste es Ulrike Hoppe (53). Dann breitete sich die Nachricht in Windeseile zu allen 14 Stadtteilarchiven und Geschichtswerkstätten in Hamburg aus. Die Nachricht, dass Ulrike Hoppe und das Stadtteilarchiv Bramfeld stellvertretend für alle Geschichtswerkstätten von der Haspa-Hamburg-Stiftung einen Stiftungsfonds in Höhe von 25 000 Euro erhalten.

Unter dem Motto "Tausend Gründe für gutes Tun" hatten 150 Bürger Vorschläge eingereicht, welche gemeinnützige Institution in Hamburg für ihr Engagement den ausgelobten Stiftungsfonds erhalten soll. "Die Jury hat sich für das Stadtteilarchiv entschieden, um die jahrelange Arbeit zu würdigen und Nachhaltigkeit zu fördern", so Wolfgang Blümel, Geschäftsführer der Haspa-Hamburg-Stiftung. Die Geschichtswerkstätten erforschen und sammeln die Stadtteilgeschichte und verfügen über 100 000 Fotos und 1000 Zeitzeugeninterviews. Der Vorteil des Stiftungsfonds: "Es handelt sich nicht um eine einmalige Spende, sondern einen zeitlich unbegrenzten Fonds, dessen Erlöse jährlich dem Projekt zugute kommen", so Blümel.

"Als der Anruf kam, konnte ich es zuerst gar nicht glauben", sagt Ulrike Hoppe. Die Mitarbeiterin des Stadtteilarchivs Bramfeld bemüht sich seit einem Jahr um die Gründung einer Stiftung zugunsten der Geschichtswerkstätten. "Bisher hat uns jedoch das Stiftungskapital gefehlt. Umso glücklicher sind wir über den Fonds." Denn ohne finanzielle Unterstützung von außen könnten die Stadtteilarchive nicht bestehen. Derzeit erhalten die 14 Einrichtungen rund 505 000 Euro jährlich von der Kulturbehörde. "Zu wenig für den laufenden Betrieb", sagt Ulrike Hoppe, die nach dem Gewinn des Stiftungsfonds bereits ein neues Ziel hat: das Kapital - und damit den jährlichen Erlös - aufzustocken.

  • Infos: Stadtteilarchiv Bramfeld, Tel. 691 51 21, Haspa Hamburg Stiftung, Tel. 35 79 39 42.nik