Eine Stunde lang konnten ARD und N 3 nicht senden. Experten suchen nach Problemkabel.

Hamburg schaute gestern in die Röhre: Wer zwischen 9.48 Uhr und 11 Uhr seinen Fernseher eingeschaltet hatte, empfing bei der ARD nur Schnee und bei N 3 ein Testbild. Die "Tagesschau" und eine Wiederholung vom "Hamburg Journal" fielen unter anderem aus. Massive Netzstörungen bei Vattenfall hatten für einen knapp einstündigen Totalausfall beim NDR-Fernsehen gesorgt.

"Es gab rund um den Siemersplatz in Lokstedt mehrere Erdschlüsse. Das sind Kurzschlüsse in den unterirdisch verlegten Stromkabeln", erklärt Ivo Banek, Sprecher von Vattenfall in Hamburg. "Es waren Aussetzer im Millisekundenbereich. Dadurch sind Spannungsschwankungen entstanden", sagt Banek. Normalerweise seien diese Schwankungen nicht zu merken. Nur empfindliche Geräte wie Computer könnten betroffen sein. Ein Grund für solche Erdschlüsse seien poröse Kabelverbindungen, die zum Beispiel bei Regen Feuchtigkeit an die Kabel lassen würden.

Anders als Privathaushalte - die von dem Stromausfall nicht betroffen waren- wird der NDR über eine Mittelspannungsleitung mit elektrischer Energie versorgt. "Eigentlich haben wir Notstromanlagen, die im Fall eines Stromausfalls den Sendebetrieb aufrechterhalten", erklärt Hauke Hansen, Leiter des Gebäudemanagements beim NDR. "Dadurch, dass kurz hintereinander sehr viele und heftige Störungen aufgetreten sind, wurde die Steuerung unseres Notstromaggregats aber gestört und konnte nicht anspringen", sagt Hansen. Eine Ursache sieht der Techniker in der unmittelbaren Nähe zum Siemersplatz. "Dadurch hat uns die volle Wucht der Schwankungen erreicht." Erst gegen 10.30 Uhr war der Stromausfall vorbei. Anschließend begannen Techniker die Systeme zum Teil per Hand wieder hochzufahren. Jetzt arbeiten die NDR-Experten daran, so einen Ausfall in Zukunft zu verhindern. "Wir müssen unser System dahingehend verändern, dass auch solche Erdschlüsse nicht zu einem Sendeausfall führen", sagt Hansen.

Dennoch sind weitere Ausfälle möglich. "Solange wir nicht wissen, wo genau das Problem liegt, können wir die entsprechenden Kabel nicht austauschen", sagt der Vattenfall-Sprecher. "Wir haben jetzt Geräte angebracht, die jeden Spannungsverlust aufzeichnen. Wir müssen bis zum nächsten Kurzschluss warten, um den Problemherd zu lokalisieren."